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1. Was ist Interim Management?
Interim Management oder Management auf Zeit ist die zeitlich befristete Besetzung von Stabs- oder Führungspositionen durch externe Manager.
Nach Ablauf des zeitlich befristeten Vertrages verlassen die externen Manager das Unternehmen und übergeben die Geschäftseinheit oder den Verantwortungsbereich an einen Nachfolger.
2. Ist Interim Management auch Zeitarbeit?
Interim Management ist nicht gleichzusetzen mit Zeitarbeit oder Premium-Zeitarbeit. Leiharbeitnehmer sind durch einen regulären Arbeitsvertrag an das Zeitarbeitsunternehmen gebunden und werden auch dann entlohnt, wenn sie wegen fehlender Einsätze nicht arbeiten.
Interim Manager sind selbständig tätig und erhalten z.B. einen Tagessatz, allerdings auch nur für geleistete Arbeit. Die Zeit zwischen zwei Einsätzen müssen Interim Manager finanziell überbrücken.
3. Was verdienen Interim Manager?
Diese Frage kann nicht umfassend beantwortet werden, da die Honorare von unterschiedlichen Rahmenbedingungen wie Verantwortungsbereich, Managementlevel, Berufserfahrung etc. beeinflusst werden.
Die Bandbreite reicht dabei von einigen hundert Euro pro Tag plus Spesen und Mehrwertsteuer für jüngere Manager bis zu mehreren tausend Euro für Spitzenkräfte und internationale Top-Manager.
4. Welche Gründe sprechen für den Einsatz von Interim Managern?
Unternehmen nutzen Interim Manager traditionell, um Ausfälle eigener Führungskräfte zu kompensieren, um neue Geschäftseinheiten aufzubauen oder bestehende zu sanieren. Interim Manager werden gerne für Aufgaben an Bord geholt, die unpopulär sind und die ihren Nachfolgern nicht anhängen sollen. Dies können Umstrukturierungsmaßnahmen mit einhergehenden Personalfreisetzungen oder auch die Schließung und Abwicklung von Unternehmen oder Unternehmensteilen sein.
Interim Manager werden außerdem oft als Puffer eingesetzt, solange bei Unternehmensübergängen, –nachfolgen oder generellen Umstrukturierungen noch kein geeignetes Personal gefunden ist, der Betrieb des Unternehmens dennoch störungsfrei sichergestellt werden muss. Dies gilt sowohl für das Mittlere, wie auch für höheres und auch das Top-Management.
Mittlerweile hat sich ein neuer Aspekt der Einsatzmöglichkeiten etabliert. Interim Manager werden häufig für zeitlich befristete Projektarbeiten eingesetzt. Oft weisen sie Fertigkeiten auf, die im Unternehmen sonst nicht vorhanden sind oder nur zeitlich befristet benötigt werden. Oftmals ergänzen sie auch bestehende Projektgruppen, da der Personalansatz aus unternehmenseigenen Mitarbeitern nicht ausreichend ist.
5. Wer kann Interim Manager werden?
Normalerweise werden erfahrene, ältere Manager als Interim Manager tätig. Diese haben bereits in verschiedenen Unternehmen unterschiedliche Aufgaben übernommen. Dort konnten Sie Ihre Berufserfahrung als Führungskraft erfolgreich ausweiten.
Es werden aber auch zunehmend jüngere Führungskräfte und Führungsnachwuchs als Interim Manager tätig. Diese konnten zwar nicht soviel Erfahrungen sammeln wie ihre älteren Mitbewerber, sind dafür aber oftmals günstiger.
Interim Manager können Spezialisten für besondere Aufgabenstellungen sein oder Generalisten, die mit einem großen Erfahrungsreichtum komplexe, schwierige Situationen analysieren und lösen können.
6. Sind Interim Manager organisiert?
Da Interim Manager als „Einzelkämpfer“ wenig Einfluss haben, sind Sie in Deutschland in zwei Interessenvertretungen organisiert. Die 2003 gegründete DDIM, die Dachgesellschaft deutscher Interim Manager e.V., fördert internationales Networking, definiert einheitliche Qualitätskriterien für das Interim Management und unterstützt den Erfahrungsaustausch mit den Schwesterorganisationen auf internationaler Ebene.
Der AIMP, der Arbeitskreis Interim Management Provider, repräsentiert Interim Manager aus dem deutschsprachigen Europa. Ziel ist es, die Interessen der Provider zu vertreten. Der AIMP möchte als Arbeitsgruppe das Interim Management weiterentwickeln. Dazu müssen sich die Mitglieder zu Kompetenz und Professionalität, zu Qualität und Kundenorientierung verpflichten.
Beide Interessenvertretungen führen Informationsveranstaltungen durch, wie z.B. das "International Interim Management Meeting" der DDIM oder verschiedene Foren wie das AIMP-Jahresforum oder das Münchner Forum Interim Management der AIMP.
7. Welche Probleme beim Einsatz von Interim Managern können entstehen?
Es muss nicht immer von Vorteil sein, einen Interim Manager zu beauftragen. Problematisch kann eine zu lange Einarbeitungszeit werden oder die Möglichkeit, dass ein Interim Manager von seinem unterstellten Bereich oder gleichrangigen Kollegen eventuell nicht akzeptiert wird.
Ebenso problematisch wäre es, wenn die Geschäftsführung in das Aufgabengebiet des „externen“ Managers eingreift und damit seine Autorität untergräbt.
Besonders wichtig ist eine rechtzeitige und professionelle Übergabe des Interim Managers an seinen Nachfolger. Geschieht dies nicht oder nur unzureichend, verliert das Unternehmen eventuell wichtige Informationen, die auch die Wettbewerbsfähigkeit beeinflussen können.
Die Bezeichnungen richten sich an beide Geschlechter und sind nur des besseren Lesens wegen einheitlich gehalten!



