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KOM
 

ja_neinSehr interessante Gegenüberstellung, die es bei WDR online zu lesen gibt. Zwei Unternehmer berichten über Zeitarbeit. Über ihre Ansichten dazu und Erfahrungen damit. Spannend daran: Der eine Unternehmer hat gute Gründe, Zeitarbeit zu befürworten, der andere hat ebenso triftige Argumente, Zeitarbeit in seinem Betrieb abzulehnen.

Ulrich Schümer, Vorstandsmitglied beim Fahrzeughersteller Schmitz Cargobull sagt: “Leiharbeit macht uns flexibel.”

Sein Unternehmen fängt mit Leiharbeitern Ausfallzeiten fester Mitarbeiter ab und federt höheren Mitarbeiter-Bedarf in Auftragsspitzenzeiten oder konjunkturellen Hochs mit ihnen ab. Er verwendet dafür den schönen Begriff “atmende Fabrik“.
Der Umgang mit Zeitarbeitern in diesem Unternehmen klingt sehr fair: Viele Zeitarbeiter werden übernommen; wenn Boni ausbezahlt werden, profitieren auch die Leiharbeiter davon und außerdem arbeitet das Unternehmen nur mit Leiharbeitsunternehmen zusammen, die Tariflöhne zahlen.

Dagegen lehnt Martin Kümmerling, Geschäftsführer der Kunststoffe bedruckenden Firma Kolbe das Prinzip Zeitarbeit ab: “Da beißt sich die Katze in den Schwanz.”

Kümmerling befürchtet, dass Leiharbeiter nicht ausreichend qualifiziert für die Arbeit in seinem Unternehmen sind und er sorgt sich um den Kundenschutz: Es soll nicht nach außen dringen, für welche Kunden das Unternehmen arbeitet. Außerdem geht er davon aus, dass die geringer bezahlten Leiharbeiter nicht so motiviert arbeiten wie höher bezahlte Festangestellte. Dadurch könnten Arbeitstempo und Produktqualität leiden, wodurch der Ruf des Unternehmens und die Auftragslage Schaden nähmen. Und der Kostenvorteil durch die preiswerteren Leiharbeiter würde dadurch wieder zunichte gemacht, dass die Leiharbeiter eben oft neu im Unternehmen sind und zeitintensiv eingearbeitet werden müssen.

Sehr sachliche Argumentation von beiden Seiten. Gefällt mir gut. So kann man sich doch beiden Seiten öffnen, ohne dass man gleich mit innerem Widerstand zu kämpfen hat, weil Befürworter oder Ablehner der Zeitarbeit nur unsachlich “rumpöbeln”.

Foto: Judith Lisser-Meister, pixelio

 

1 Kommentar

  • Kommentar von Politischandersdenkender
    Dezember 27th, 2011 at 13:31

    Es ist allgemein bekannt das man in solchen Zeitarbeitsfirmen fast nur ausgenutzt wird. Im Fernsehen wurde über so etwas auch schon sehr häufig berichtet. Zwar hat so eine Firma vielleicht in der Nähe seinen Sitz, jedoch schicken die einen dann zu irgendwelchen Unternehmen die sich am Arsch der Welt befinden, egal ob man einen Führerschein hat oder nicht, genau wie es diesen Leuten auch egal ist ob die Arbeitsstelle mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist oder nicht, wie etwa zur Nachtschicht, wo bekanntlich fast nie ein Bus fährt. Obendrein verdient man dort vielleicht nur die Hälfte wie die normalen Mitarbeiter für die gleiche Arbeit. Außerdem werden festeingestellte Kollegen zunehmend durch solche Billigkräfte verdrängt. Solche faulen Beamten vom Arbeitsamt würden so einen Arbeit selber niemals machen, (schon gar nicht in der Nacht) obwohl die einen zwingen so einen Mist anzunehmen um selber einen Erfolg bei der Vermittlung zu haben. Man hört zwar vom Hörensagen das es auch Leute gibt die damit glücklich sein sollen aber im Bekanntenkreis waren alle, die so etwas ausprobiert haben, massiv unzufrieden. Da braucht man sich nicht zu wundern wenn immer mehr Leute Demokratie ablehnen. So ähnlich haben sich jedenfalls Freunde geäußert die gezwungen wurden so eine Stelle anzunehmen.

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