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qualifizierung_02_09_09Am vergangenen Mittwoch, 2. September hatte DerZeitarbeits-Check.de ins Schulungszentrum des TÜV Nord Hamburg zu einer Veranstaltung zu Thema Mitarbeiter-Qualifizierung eingeladen:

Qualifizierung speziell für die Zeitarbeit

Es wurde ein Nachmittag voller Überraschungen, aufschlussreicher Erkenntnisse und wirklich spannender Gespräche. Es ging für gleich los mit der ersten Überraschung: Über 40 (!) Verantwortliche aus Zeitarbeits- und Weiterbildungsunternehmen kamen und tauchten schon vor der eigentlichen Eröffnung in angeregte Gespräche miteinander ein.

Nach der Begrüßung durch Oliver Repp gab es 4 Kurzvorträge zu hören und zu sehen:

Thomas Mesenich, Teamleiter des Zeitarbeitsteams der Agentur für Arbeit Hamburg, erläuterte: Welche Förderungsmöglichkeiten durch die Bundesagentur für Arbeit gibt es zur Qualifizierung von Zeit- und Kurzarbeitern?
Er erklärte Details der Programme WeGebAU (Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen) und KUG (Kurzarbeitergeld).

Rolf Schoras berichtete, dass und wie sein Unternehmen Jobpower „Qualifizierung als Karrierechance für gewerbliche Hilfskräfte“ begreift.

Frau Harms und Frau Staats stellten das Zeitarbeitunternehmen Randstad vor. Am Beispiel der Flugzeugbranche sprachen sie über Qualifizierung von Mitabeitern und die positiven Folgen davon.

Sehr inspirierend war die Präsentation der „Langen Nacht der Industrie“ von Jürgen Henke, Geschäftsführer von prima events. Dieses Event hat viele Nutzen, Herr Henke stellte – passend zum Thema der Veranstaltung – in seiner Präsentation die Möglichkeit „unkonventionell Fachkräfte zu finden“ besonders heraus.

Wirklich spannend war die abschließende Diskussion, bei der im Podium verschiedene Weiterbildungsträger saßen.  Natürlich konnte in dieser Diskussion keines der benannten Probleme abschließend gelöst werden, aber es kristallisierten sich Fragestellungen heraus, die vielleicht im weitergehenden Dialog von Zeitarbeitunternehmen und Weiterbildnern gelöst werden können:

Die Weiterbildner haben oft das Problem, für angebotene Kurse nicht genügend Teilnehmer zu bekommen. Eine mögliche Abhilfe wäre eine stärkere Vernetzung dieser beiden Gruppen. Dann wüssten die Zeitarbeitunternehmen besser, was angeboten wird und könnten ihre Leiharbeiter rechtzeitig zu Maßnahmen anmelden. Außerdem könnten sich durch intensiveren Austausch die Weiterbildner auf die tatsächlichen Qualifizierungs-Bedarfe der Zeitarbeitunternehmen einstellen. Ergebnis eines besseren Networkings zwischen diesen beiden Gruppen wäre also ein besseres Zusammenpassen von Angebot und Nachfrage.

In der Diskussion wurde z. B. geäußert, dass kaum ein Zeitarbeitunternehmen es sich leisten kann, Zeitarbeiter für sehr lange Qualifizierungsmaßnahmen über mehrere Monate am Stück freizustellen. Zumal die Maßnahmen sehr selten so aufgebaut sind, dass Unterbrechungen möglich sind, weil Teilnehmer akut von einem Entleihunternehmen gebraucht werden.

Das Thema „sich eine Qualifizierung nicht leisten können“ reichten die Diskussionsteilnehmer auch gleichzeitig an die Bundesanstalt für Arbeit weiter: Sie monierten, dass die Förderungen der BA zu niedrig seien, um Qualifizierungsmaßnahmen von Zeitarbeitern finanziell handhabbar zu machen.

Zwecks besserer Vernetzung zwischen Zeitarbeitunternehmen und Weiterbildnern wurde angeregt, zum Beispiel die verschiedenen Verbände in die Kommunikation einzubeziehen.

Worüber – und da sage ich: leider – in der Diskussion selbst nicht gesprochen wurde, waren die Bedürfnisse der Weiterbildungs-Teilnehmer selbst. Es wird oft geklagt, dass sich zu Wenige für Weiterbildung und Qualifizierung interessieren. Wie ich ja im Artikel Weiterbildung per Daumenschraube? schon schrieb, überlegt man sogar, Weiterbildungsmaßnahmen gesetzlich verpflichtend zu machen.

Wäre ich Weiterbildner, würde ich diese Klagen und Überlegungen der Politik zum Anlass nehmen, zu überlegen, wie ich meine Qualifizierungsmaßnahmen so attraktiv, qualitativ gut, motivierend, spannend… gestalten kann, dass mehr Teilnehmer von allein kommen. Und wie ich die Maßnahmen so gestalte, dass die Teilnehmer währenddessen hochmotiviert sind und die Maßnahme mit dem Gefühl abschließen, etwas wirklich Tolles mitgemacht zu haben.

Damit würde gleichzeitig auch ein Teil des Problems der zu geringen Teilnehmerzahlen in Weiterbildungsmaßnahmen angegangen: Begeisterte Teilnehmer empfehlen die Maßnahmen nämlich weiter. Und Empfehlungsmarketing ist, wie wir alle wissen, einer der besten Umsatzbeschleuniger.

 

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