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06
KOM
 

Wer ein Unternehmen gründet, in dem es Mitarbeiter geben soll, sieht sich verschiedenen Aufgaben gegenüber. Er muss einen Führungsstil entwickeln, der fair gegenüber der Angestellten ist. Außerdem gilt es, einen Arbeitsplatz zu erschaffen, an dem sich jeder wohl fühlt.

Die Gesundheit spielt dabei eine tragende Rolle. Auf das Immunsystem des einzelnen hat der Arbeitgeber zwar keinen Einfluss, wohl aber auf die Gestaltung des Büros, um Rückenschmerzen und anderen Folgen schlechter Haltung vorzubeugen. Es ist daher empfehlenswert, bei der Gestaltung auf die richtige Ergonomie zu achten. Darunter zählen folgende Aspekte:

-    Beleuchtung
-    Arbeitsorganisation
-    Arbeitsplatz

Die Beleuchtung sowie das Raumklima sind generell zu beachten – der Arbeitgeber möchte immerhin ebenso wenig wie seine Angestellten in einem zu dunklen Büro arbeiten. Auf diese beiden Faktoren wird daher beinahe instinktiv geachtet, sodass sie unter die Überlegung, wie ergonomisch ein Arbeitsplatz sein sollte, meist nicht einbezogen werden. Hier eine kleine Erklärung, warum diese beiden Punkte wichtig sind:

Die Augen werden durch den Blick auf den Bildschirm ständig angestrengt; damit es nicht zu Augenschmerzen und einer Verminderung des Sehvermögens kommt, ist eine angemessene Beleuchtung zu beachten. Der Kontrast zwischen Umgebung und Bildschirm sollte vor allem nicht zu stark sein; weitere Informationen zu diesem Punkt der Ergonomie bietet selbststaendig-im-netz.de an. Aufgrund der in dieser Hinsicht in den meisten Fällen guten Ausstattung der Büroräume ist dieser Punkt aber nicht näher zu erläutern.

Unternehmensgründer sollten daher vor allem auf die letzten beiden Punkte achten: Die Arbeitsorganisation und den Arbeitsplatz.

Die Arbeitsorganisation

Abbildung 1: SelbstorganisationLaut arbeitssicherheit.de arbeiten viele Menschen in einer sogenannten Zwangshaltung: Sie haben zu wenig Möglichkeit, sich zu bewegen, arbeiten in der Hocke, über Schulterniveau oder müssen sehr lange sitzen oder stehen. Haben sie innerhalb von vier Sekunden in der jeweiligen Haltung keine Möglichkeit, sich zu entspannen, ist von der Zwangshaltung die Rede.

Diese kann durch Bewegung ausgeglichen werden: Wege hin zu den verschiedenen Geräten, wie dem Drucker, oder zu den Mitarbeitern, statt mit diesen ein Telefonat zu führen. Die Organisation sollte außerdem vorsehen, dass die Mitarbeiter nur einige Minuten in einer unbequemen Position wie der Rumpfhaltung arbeiten müssen und dann Gelegenheit haben, sich zu entspannen.

Damit dies funktioniert, ist es ratsam, den Mitarbeitern größtmögliche Freiheit über ihre Aufgaben zu übertragen. Sie müssen am besten selbst entscheiden können, wann sie welche Dinge erledigen – nur eine ungefähre Deadline, beispielsweise zum Ende der Woche oder des Monats, ist hilfreich, damit alles pünktlich fertig ist.

Der ergonomische Arbeitsplatz

Abbildung 2: ergonomische Sitzhaltung

Tisch und Stuhl sollten höhenverstellbar sein, damit eine ergonomische Arbeitsweise möglich ist. Die Knie sollten einen 90° Winkel bilden, die Oberschenkel dabei horizontal gerade sein. Die auf der Tischplatte aufliegenden Unterarme sollten einen 90° Winkel zu den Oberarmen bilden.

Zwischen Augen und Bildschirm ist ein Abstand von mindestens 50 Zentimetern am besten. Der Kopf sollte zudem nicht zu stark geneigt sein, höhenverstellbare Monitore sind hier am besten einzusetzen. Das Sitzen selbst ist außerdem ergonomisch zu gestalten:

-    Möglichst weit hinten sitzen, um die volle Sitzfläche auszunutzen
-    Dynamisch sitzen: Aktiv vor- und zurückbeugen
-    Den Rücken dabei immer an der Stuhllehne halten
-    Ab und zu aufstehen; nach Möglichkeit auch im Stehen arbeiten

Quelle: www.buerostuhl24.com/faq.php?page=ergonomisch

Arbeitgeber können nicht alle Vorschriften im Kopf haben. Damit bei der Einrichtung des Büros keine Fehler passieren, sollten die notwendigen Gesetzestexte gelesen werden. Neben einem Arbeitsschutzgesetz, das jeder Arbeitgeber kennen sollte und das vor allem vor einer Gründung eines Unternehmens mit Mitarbeitern durchzuarbeiten ist, gibt es auch eine Bildschirmarbeitsverordnung.

In dieser ist dargestellt, was ein Bildschirmarbeitsplatz leisten muss. Für Arbeitgeber besonders wichtig sind die folgenden Paragraphen:

Arbeitsschutzgesetz
§ 3: Grundpflichten des Arbeitgebers
§5: Beurteilung der Arbeitsbedingungen
§ 12: Unterweisung

Bildschirmarbeitsverordnung
§ 1: Anwendungsbereich
§ 3: Beurteilung der Arbeitsbedingungen
§ 4 Anforderungen über die Gestaltung
Anhang über an Bildschirmarbeitsplätze zu stellende Anforderungen

Die Verantwortung der Arbeitgeber ist groß. Sie sollten sich früh darum kümmern, dieser gerecht zu werden, damit in ihrem Unternehmen ein hoher Standard in Sachen Gesundheit herrscht. Ist dieser in die Unternehmensführung aufgenommen, stellt die Einhaltung zumeist kein Problem dar. Schon bei der Gestaltung der Arbeitsplätze und dem Finden einer Firmenphilosophie sollten diese Punkte daher berücksichtigt werden.

Autor: U. Schneider

Bildernachweise:
Abbildung 1: pixabay.com © leechonghyun CC0 1.0
Abbildung 2: © endostock – Fotolia.com

 

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