Die Fakten
Eine Studie von ARD und ZDF zum Onlineverhalten besagt, dass der Anteil der Internetnutzer im Jahr 2009 die 67ÂProzent-Marke überstiegen hat. Damit sind mehr als 43 Millionen der bundesdeutschen Erwachsenen online. Unter den 30- bis 49-jährigen Arbeitnehmern sind es sogar 84,2 Prozent.
Der Vorreiter des Web, Yahoo!, vergleicht das OnlineÂVerhalten mit einer guten, alten Bürotradition: “78 Prozent sind jeden Tag online und mehr als drei Viertel lesen jeden Tag online Nachrichten. Damit wird täglich mehr gemailt, gesucht und sich informiert als Kaffee getrunken” (in: Yahoo! Deutschland GmbH: “Beam me up, Yahoo!”, 03/2010).
Matthias Schrader, Vorstandsvorsitzender der Sinnerschrader AG, beschreibt es in einem Interview mit der Handelskammer Hamburg so: „Das Internet wird immer mehr zum natürlichen Bestandteil des Alltags. Das wird derzeit noch unterschätzt. Wir werden „always on“ sein“ (in: hamburger wirtschaft, Ausgabe 03/2010, S. 62 f.).
Online-Informationen haben mehrere Vorzüge. Sie sind weltweit erhältlich, vergleichsweise kostengünstig, zeitlich nahezu unbegrenzt und vor allem anonym abrufbar. Doch wo es Vorteile gibt, sind auch die Risiken nicht weit. Jeder, der im Internet tätig ist, sollte sie kennen – das betrifft auch Personaldienstleister.
Die Homepage als Aushängeschild
Um das eigene Unternehmen überhaupt in der virtuellen Welt sichtbar zu machen, ist es auf jeden Fall ratsam, eine Homepage zu betreiben. Es gilt: Nur wer online vertreten ist, wird gefunden!
Die eigene Internetseite wird immer mehr zum Aushängeschild des modernen Dienstleistungsunter-nehmens. Denn womit sonst können Sie potenzielle Neukunden “auf den ersten Blick” neugierig machen und sie für Ihr Dienstleistungs-Portfolio interessieren?
Wer jedoch die Kosten für die Erstellung einer Homepage scheut, sollte sich genau überlegen, ob falsch verstandener Sparenthusiasmus nicht zu einem Bumerang werden kann. Denn keine Homepage ist immer noch besser als eine unprofessionelle!
„Nicht zuletzt gehe es darum, Kunden zum Kauf von Produkten oder zur Buchung von Dienstleistungen zu bewegen“, weiß auch die Deutsche Public Relations Gesellschaft e. V. (in: Reputation ist mehr als Image, DPRG e. V. 2010).
Das eigene Firmen-Blog
In Erweiterung der Homepage kann zusätzlich ein Blog, auch Weblog (Web und Log) genannt, betrieben werden. Dies ist ein online geführtes und öffentlich einsehbares „Logbuch“ oder Journal. Darin werden von den Autoren oder Publizisten – Blogger genannt – verschiedenste Informationen veröffentlicht.
Blogs gelten in Internetkreisen als eine der zuverlässigsten Quellen, wenn man aktuelle und bedeutsame Informationen erhalten möchte. Mittlerweile haben viele Unternehmen das Bloggen für sich entdeckt. Sie nutzen ihr Firmen-Blog, um Informationen zu geben, Meinungen zu veröffentlichen, Gedanken auszutauschen oder auch Diskussionen anzuregen.
Ein Firmen-Blog zu betreiben ist jedoch alles andere als anspruchslos. Eine professionelle Rundum-Betreuung kann einen hohen Zeit- und Kostenaufwand bedeuten.
Doch auch eine Top-Website mit angeschlossenem Firmen-Blog ist nur ein Hinweis von vielen auf die Qualität eines Unternehmens. Daher nutzen Arbeitnehmer und Kunden vermehrt auch andere Optionen, sich online über die Qualität eines Personaldienstleisters zu informieren.
Internetforen
Immer öfter werden Internet- oder Onlineforen zurate gezogen, um sich mit mehr oder weniger differenzierten Informationen über Zeitarbeit zu versorgen. Onlineforen sind virtuelle Plätze zum Austausch von Erfahrungen und Meinungen und können u. a. zur Stimmungsmache missbraucht oder – ungewollt durch missverständliche Aussagen – zu Lieferanten von Fehlinformationen werden.
Auch wenn der Ansatz gut gemeint ist – gut gemeint ist nicht immer gut umgesetzt. Selbst bei großen und gut moderierten Foren wird auf Fragen zur Zeitarbeit oftmals sehr emotional und undifferenziert geantwortet.
Bewertungsportale
Mittlerweile haben sich Bewertungsportale für alle möglichen Alltagsgegenstände wie Computer, Fotoapparate, Küchenmaschinen oder auch für Flüge und Reisen etabliert. Nun gibt es auch Portale, die sich auf die Bewertung von (Zeit-)Arbeitgebern spezialisiert haben. Dabei können Arbeitnehmer ihre Erfahrungen mit ihrem Arbeitgeber veröffentlichen.
Professionelle Bewertungsportale setzen sich kritisch mit den Beiträgen auseinander und geben den bewerteten Arbeitgebern sogar die Möglichkeit, auf die einzelne Bewertung zu reagieren.
SocialMedia-Netzwerke
Sie haben schon einmal von Twitter gehört? Oder von Facebook, stay friends oder sind vielleicht bereits Mitglied bei Xing? All diese Portale und noch einige mehr gehören zum Kreis der SocialMedia-Netzwerke, der „sozialen Medien“. Auch hier gilt, wer nicht mitmacht, ist nicht existent.
Dies soll bitte nicht als Plädoyer dafür verstanden werden, sich sofort einen Account für sämtliche SocialMedia-Plattformen anzulegen. Doch sollten man zumindest prüfen, was für ein Unternehmen sinnvoll ist. Denn es kann nicht verkehrt sein, aktiv zu werden und positive Unternehmens-News an die entsprechende Zielgruppe zu übermitteln.
Insbesondere diejenigen Unternehmen, die mit hochqualifizierten Fach- und Führungskräften arbeiten, können verschiedene Business-Portale nutzen und so diese Klientel direkt ansprechen.
Gerade bei den SocialMedia-Netzwerken gilt die Devise: Werden Sie aktiv im Internet!
Was tun?
Auch Personaldienstleister können das Internet selbst aktiv nutzen.
Sie sollten z. B. Ihre Homepage professionalisieren (bei Bedarf). Sie können prüfen, ob ein Blog sinnvoll ist oder ob und wie auch SocialMedia-Optionen für das Unternehmen genutzt werden können.
Aktive Nutzung bedeutet aber ebenso, sich auch konstruktiver Kritik zu stellen und darauf entsprechend zu reagieren.
So können Personaldienstleister Ihr Unternehmen vielleicht auch in einem der seriösen Bewertungsportale platzieren. Damit zeigen sie, dass sie nichts zu verbergen haben, sich der Meinungen Ihrer Arbeitnehmer stellen und dass Feedback als Mitarbeiterreferenz für sie wichtig ist. Denn immerhin möchten insbesondere Personaldienstleister qualifizierte und engagierte Bewerber und Kunden aktiv von Ihren Qualitäten überzeugen.
Ein altes chinesisches Sprichwort bringt es auf den Punkt:
„Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.“














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