Diese Tarifvertrags-Verhandlungen waren wohl wie ein heftiges Tauziehen, zwischen den Verhandlungspartnern Arbeitgeberverband Mittelständischer Personaldienstleister (AMP) und Christliche Gewerkschaften.
Gewonnen am Ende haben wohl vor allem die Zeitarbeitnehmer.
Denn der AMP und die christlichen Gewerkschaften haben sich auf ein neues Tarifvertragswerk einigen können. Welche Eckdaten es bietet, ist in einer Pressemitteilung zu lesen:
Zu den wichtigsten Ergebnissen gehört u. a. eine lineare Anhebung der Entgelte: Im Westen steigen die Löhne ab 1. Juli 2010 um 3,4%, so dass es in der untersten Lohngruppe 7,60 € für ungelernte Zeitarbeitskräfte geben wird. Für den Osten wurde eine Anhebung um 4,1% vereinbart. In einem zweiten Schritt wird es zum 1. Juli 2011 eine Entgelterhöhung um 2% im Westen und um 2,5% im Osten geben. Außerdem haben sich AMP und Christliche Gewerkschaften auf eine Regelung geeinigt, die die Anwendung des neuen Tarifvertrages bei konzerninterner Arbeitnehmerüberlassung – wie im Fall Schlecker – ausschließt.
Aber einfach war es wohl nicht:
“Das waren die schwierigsten Verhandlungen, die ich jemals führen musste”, sagte Helmut Syfuß, Sprecher des AMP-Tarifausschusses und Vizepräsident des AMP, am 12. Februar 2010 in Berlin. “Wir mussten bis an unsere absolute Schmerzgrenze – und teilweise darüber hinaus – gehen, um mit den Christlichen Gewerkschaften überhaupt eine Einigung erzielen zu können.” …
“Bauchschmerzen bereitet mir besonders, dass wir uns verpflichten mussten, Verhandlungen über einen von allen Sozialpartnern unserer Branche gemeinsam getragenen Mindestlohntarifvertrag zu führen”, so Syfuß. “Der AMP hat sich aus guten Gründen immer gegen Mindestlöhne ausgesprochen, aber ohne dieses Zugeständnis wären die Verhandlungen geplatzt. Für uns war es dann doch wichtiger, für die Zeitarbeitsunternehmen ein zukunftssicheres Gesamtpaket zu schnüren. Und wenn der Abschluss am 1. März endgültig steht, bieten wir den Personaldienstleistern den einzigen aktuell gültigen Tarifvertrag für die Branche.”
Durch die Reihen der Zeitarbeitnehmer aber dürfte jetzt ein erleichtertes Aufatmen gehen. Zeichneten sich doch die Tarifverträge der christlichen Gewerkschaften bislang immer durch eklatant niedrigere Löhne aus als die Verträge aller anderen Gewerkschaften.
Ein tolles Signal, was hier gesetzt wurde.
Foto: S. Hofschlaeger, pixelio














Februar 19th, 2010 at 09:13
eine wirklich positive nachricht aus der zeitarbeit.
der medienrummel um die tariffähigkeit des amp hat viel unruhe in die branche gebracht. doch dadurch wurden auch viele entleihbetriebe in hinblick auf die rahmenbedingungen der eingesetzten leiharbeitnehmer sensibilisiert – was in meinen augen ein positiver nebeneffekt des ganzen war.
der amp setzt hier auf jeden fall ein deutliches zeichen und trägt aktiv zur positiven entwicklung am zeitarbeitsmarkt und vor allem dessen ruf bei. das dies von dem bisher arbeitgeberfreundlichen amp ermöglicht wird, überrascht positiv!
ein weiterer schritt in richtung: faire zeitarbeit ist getan!
dieheldenderarbeit.de
Februar 19th, 2010 at 11:15
Wirklich eine positive Nachricht?
Fakt ist, dass die Tarife deutlich erhöht wurden. Fakt ist auch, dass die Absenkungsmöglichkeit von annähernd 10 % des Entgeltes während der ersten vier Monate des Bestehens des Arbeitsverhältnisses nicht angetastet wurde. Faktisch ist es doch so, dass es bei einer durchschnittlichen Verweildauer eines Leiharbeiters in Zeitarbeitsfirmen von ca. 3 Monaten, immernoch Dumpinglöhe von unter 7 EUR geben wird. Davon spricht selbstverständlich keiner der beteiligten Vertreter der Arbeitgeben und der Arbeitnehmer. Angesichtsdessen von \\\\\\\\