Den Artikel Lohndumping im Auftrag des Staates bei heise.de finde ich wirklich bitter.
Alle sprechen von Lidl, Schlecker und anderen Unternehmen, die Mitarbeiter zu Niedriglöhnen beschäftigen. Die Politik engagiert sich verbal für die in Niedriglohnbranchen Arbeitenden, zum Beispiel die Altenpfleger, aber die Relaität sieht so aus:
Es sind bittere Zahlen, die das Finanzministerium auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken nennt, die auch Telepolis vorliegt. Im öffentlichen Sektor sind 131.722 Menschen beschäftigt, die so geringe Löhne erhalten, dass sie zusätzliche Leistungen aus dem Hartz-IV-Topf beziehen müssen. Jeder zehnte Hartz-IV-Aufstocker ist somit direkt oder indirekt im Öffentlichen Dienst tätig.
AnzeigeNoch dramatischer fällt die Zahl bei den sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten aus, die Zusatzleistungen in Anspruch nehmen müssen. Von den insgesamt 424.915 Vollzeitbeschäftigten, bei denen der Lohn so gering ist, dass sie zusätzlich Hartz-IV-Leistungen beanspruchen müssen, sind 75.057 (18%) im Öffentlichen Dienst tätig.
Dies ist jedoch nur eine Dunkelziffer, die Zahl der Niedriglöhner im Dienste des Staates ist weitaus höher, da nicht jeder Niedriglöhner Anspruch auf Hartz-IV-Leistungen hat. Wer beispielsweise in einer Partnerschaft lebt, bei der der Partner normal verdient, geht auch bei den Aufstockern leer aus.
Der gesamte Artikel ist sehr lesenswert und lässt doch ab und an denken, dass da seitens des Staates recht zynisch mit Menschen umgegangen wird. Auf jeden Fall besteht Handlungsbedarf im Bereich der Niedriglöhne. In diese Richtung geht auch das Fazit im Artikel:
In keinem anderen westeuropäischen Land gibt es so viele Niedriglöhner wie in Deutschland. Längst sind es nicht mehr nur die ungelernten Hilfsarbeiter, die für Hungerlöhne arbeiten müssen – drei Viertel der Niedriglöhner [extern] haben eine Berufsausbildung absolviert oder sogar studiert. Der Niedriglohnsektor in Deutschland wächst von Jahr zu Jahr, die Löhne im Niedriglohnsektor nehmen Jahr für Jahr weiter ab.
Foto: Rainer Aschenbrenner, pixelio














Kein Kommentar
Kommentieren