Archive für die Kategorie 'Statistik'

Okt
25
KOM
 

iqz

Die 2008 gegründete Initiative Qualitätssiegel Zeitarbeit – I.Q.Z. – hat sich zum Ziel gesetzt, eine objektive Überprüfung der Arbeits- und Entlohnungsbedingungen deutscher Personaldienstleister sicherzustellen. Dies soll durch die Errichtung einer unabhängigen Instanz zur Qualitätssicherung in der Zeitarbeit sichergestellt werden.

Das im Anschluss an eine unabhängige Prüfung verliehene “Qualitätssiegel Zeitarbeit” weist Personaldienstleister aus, die für eine faire und qualitätsorientierte Zeitarbeit stehen. Alle Unternehmen, die mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet werden, verpflichten sich zur lückenlosen Einhaltungen der Maßgaben dieses Katalogs und werden weiteren regelmäßigen Überprüfungen unterzogen.

Im Gespräch mit DerZeitarbeits-Check.de ist Herr Norbert Fuhrmann, Geschäftsführer der in Stuttgart angesiedelten Initiative Qualitätssiegel Zeitarbeit – I.Q.Z.

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Okt
27
KOM
 

berlinBerlin liegt, was den Arbeitsmarkt angeht, zurzeit im Verhältnis zu den anderen Bundesländern richtig gut im Rennen.

Die Berliner Morgenpost veröffentlichte Zahlen des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg:

Im ersten Halbjahr 2009 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um satte 2,8 Prozent gegenüber demselben Vorjahreszeitraum. Der Bundesdurchschnitt liegt bei einem Anstieg von nur 0,3 Prozent. Damit liegt Berlin an der Spitze aller Bundesländer.

In der Zeitarbeit ging der Anteil in der ersten Jahreshälfte 2009 zwar um 6,4 Prozent zurück, aber auch in diesem Bereich liegt Berlin auf einem guten zweiten Platz. Einen geringeren Rückgang der Zeitarbeit gab es nur in Mecklenburg-Vorpommern mit 5,6 Prozent. Zum Vergleich: Am schlechtesten ging es Zeitarbeitern in Baden-Württemberg. Dort sank die Anzahl der in der Zeitarbeit Beschäftigten um sage und schreibe 34,6 Prozent. – Hey, das ist mehr als ein Drittel alle Zeitarbeiter dort! Durchschnittlich sank die Zahl der Zeitarbeiter bundesweit um 21,4 Prozent.

Für die Relation: Von insgesamt 1,10 Millionen Beschäftigten in Berlin arbeiteten im ersten Halbjahr 2009 durchschnittlich 22.700 Zeitarbeiter. Das entspricht einem Anteil von 2,1 Prozent.

Auch Brandenburg lag in Sachen Zeitarbeit nicht so schlecht. Hier gab es einen Rückgang um 9,4 Prozent. Was die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr angeht, lag Brandenburg allerdings nur knapp über dem Bundesdurchschnitt: Es gab einen Beschäftigungszuwachs um 0,5 Prozent.

Also, ich würd’ mal so sagen: Wenn ich mir die Zahlen so angucke, lohnt sich für Jobsuchende ja vielleicht die Überlegung, in die Hauptstadt überzusiedeln. Abgesehen davon ist Berlin natürlich sowieso ne ganz, ganz prima Stadt. Was soll ich als geborene Steglitzerin auch anderes sagen? ;-)

Foto: Berthold Kamps, pixelio

 
Sep
20
KOM
 

karte_leiharbeitUnd wieder mal ist es die Hans-Böckler-Stiftung, konkret ihr Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), das dabei hilft, Zusammenhänge aus der Welt der Arbeit – natürlich auch der Zeitarbeit – transparent zu machen. Diesmal ist es eine Datenbank, die die Anzahl der Beschäftigten in den Jahren 2003 bis einschließlich 2008 in allen Kreisen Deutschlands zur Verfügung stellt.

Dabei sind die Gesamtzahlen aufgesplittet in diese Rubriken:
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (SVB): Insgesamt, Primärer Sektor, Sekundärer Sektor, Tertiärer Sektor, Handel, Gastgewerbe, Verkehr, nach der Qualifikation, ohne Ausbildung, mit Ausbildung, Höhere Fachschule, FH oder Uni, keine Angabe, Vollzeit, Teilzeit, Leiharbeit; Mini-Jobs; Arbeitsgelegenheiten / Ein-Euro-Jobs.

Der Bereich der Leiharbeit ist in einer interaktiven Landkarte besonders anschaulich aufbereitet: Für jedes Bundesland gibt es eine Landkarte. In ihr ist der jeweilige Anteil der Leiharbeiter an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten eingezeichnet. Besonders aufschlussreich wird die grafische Darstellung durch die verschiedenen Farbgebungen je nach prozentualem Anteil pro Region innerhalb eines Bundeslandes.

Dabei ergeben sich teilweise – zumindest für mich – überraschende Ergebnisse. Ich hatte erwartet, dass der Anteil der Zeitarbeiter prozentual umso höher liegt, je größer eine Stadt ist.

Stimmt aber nicht. Denn – Zitat WSI:

Hohe Quoten weist die Feinanalyse überwiegend für mittelgroße Städte mit 50.000 bis 200.000 Einwohnern aus: In Orten wie Heilbronn, Plauen, Braunschweig, Ulm, Zwickau, Eisenach, Landshut, Wolfsburg oder Ansbach arbeiteten im Juni 2008 sechs bis zwölf Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten für eine Verleihfirma.

Dieser Satz erklärt das allerdings dann auch schon wieder:

Relativ häufig sind Städte mit Leiharbeits-Intensivnutzung industriell geprägt.

Denn die wirklichen großen Städte wie Berlin, Hamburg, München… sind in der Regel nicht so stark industriell geprägt, sondern haben ihre Industriegebiete in Randgebieten und Vororten. Und tatsächlich gibt es ja die mit Abstand meisten Leiharbeiter in der Industrie.

Was ich auch spannend finde:

“Unsere Daten deuten darauf hin, dass die Leiharbeit vor Ausbruch der Krise zumindest regional auf dem Weg war, zu einer durchaus bedeutsamen Beschäftigungsform zu werden”, sagt WSI-Forscher Alexander Herzog-Stein.

Das finde ich eigentlich ziemlich gut. Denn Zeitarbeit ist ja nichts an sich Schlechtes, wenn die Zeitarbeiter in ihren Rechten und Vergütungen den Fest-Beschäftigten gleichgestellt sind. Insofern hoffe ich zweierlei:

Dass an eben dieser Gleichstellung schnell, hart und erfolgreich gearbeitet wird.
Und dass sich die Zeitarbeitbranche bald wieder erholt, damit möglichst viele wieder aus der Beschäftigungslosigkeit herauskommen.