Archive für die Kategorie 'Arbeitslosigkeit'

Jan
19
KOM
 

Gestern, am 18. Januar 2012 um 23:15, hat das ZDF über das Magazin ZDFzoom eine Reportage über Zeitarbeit / Leiharbeit in Deutschland ausgestrahlt. Tenor: Alle ZeitarbeitnehmerInnen / LeiharbeitnehmerInnen sind die großen Verlierer.

Zur Reportage ZDFzoom: : Jobmotor oder Ausbeutung?

Ob das in letzter Instanz stimmt, sei dahingestellt – sicher ist jedoch, dass viele ArbeitnehmerInnen im Hilfskräftesektor mit geringen Stundenlöhnen (7,89 West und 7,01 Ost) keine großen Sprünge machen können – insbesondere als Alleinverdiener und Elternteil – und dass die Fluktuation bei Hilfskräften recht hoch ist.

Inwieweit ist den Aussagen der zoom-Reportage jedoch darüber hinaus zu trauen?

Haben die Verantwortlichen einen guten Job gemacht oder sind sie wieder einmal der Sensationsgier verfallen und stellen die Schwarzen Schafe in den Vordergrund der Reportage?

Kurz und bündig: Es gab schon schlimmere, negativere und insbesondere einseitigere “Dokumentationen”.

Herr Christian Bock hat zumindest versucht, ein Positivbeispiel – die BERA PERSONALdienstleistungen GmbH – einfließen zu lassen. Dafür: Herzlichen Dank!

Es ist ja – Gott sei´s gedankt – so, dass es nicht nur Schwarze Schafe in der Branche gibt, sondern auch vorbildliche Unternehmen – und dazwischen eine Menge Grauschattierungen… Was ist aber mit den Aussagen, die sicherlich bei dem einen oder anderen (Arbeitnehmer / Bewerber) hängenbleiben? Dazu ein paar kurze Anmerkungen:

  • Herr Bock hat einen Test bei einer Zeitarbeitsfirma absolviert – in einem Einsatz. Man mag bezweifeln, ob die Gesamtmenge von n=1 tatsächlich die Realität widerspiegelt… Immerhin gibt es 9.000 Unternehmen plus 7.000 Niederlassungen am deutschen Markt.
  • “Als Zeitarbeiter kann es immer der letzte Tag sein” – so die Aussage. Stimmt, doch gute, professionelle Zeitarbeitgeber sorgen für Folgeeinsätze. Warum sollte man gute Mitarbeiter entlassen? Sie sind doch Umsatzbringer…!
  • Insofern mag der Spruch “…abgemeldet ist oft gekündigt!” ebenso kritisch hinterfragt werden. Gerade in der heutigen Zeit stapeln sich die Aufträge bei den Zeitarbeitsfirmen, die qualifizierte Mitarbeiter dringend benötigen.
  • Warum werden in dieser Reportage die Unternehmen verpixelt, warum werden Ross und Reiter nicht genannt? Angst vor der eigenen Courage? Merkwürdig, denn auf DerZeitarbeits-Check.de machen wir genau das!
  • Bitte – werft die Begrifflichkeiten nicht durcheinander! Probetage sind nicht gleich Probezeit!!!
  • Es wird eine Übernahmequote von 2,8 % erwähnt – hier schütteln mit Sicherheit diejenigen Personaldienstleister ungläubig den Kopf, die pro Quartal mehr als 25 % Übernahmen in den Kundenbetrieb haben.
  • Was ist dieser ominöse “Bundesverband Zeitarbeit”? Legen wir keinen Wert mehr auf korrekte Quellenangaben? Sind wir mittlerweile alle geguttenbergt? Also: Kommt das Datenmaterial vom BAP oder dem iGZ?
  • Dass die Bundesagentur für Arbeit (BA) nichts gegen Schwarze Schafe machen kann – wie suggeriert wird – ist nicht ganz wahr. Sie stellt die Erlaubnisurkunde zur Arbeitnehmerüberlassung aus und kann sie ebenso wieder entziehen. Warum es jedoch selten genug geschieht, mag nur die BA beantworten.
  • Wenn ZeitarbeitnehmerInnen im Einsatz von den dort beschäftigten Stammmitarbeitern schlecht und wie Mitarbeiter 2. Klasse behandelt oder von Kundenbetrieben (Entleihern) nur als Verfügungsmasse und strategischer Personalkostensenker behandelt werden, dann geht der Vorwurf zuerst an die Kundenbetriebe!!! Macht euch mal Gedanken um euer Image…
  • ZeitarbeitnehmerInnen trauen sich nicht, über die Methoden der Zeitarbeitsfirmen zu sprechen? Doch – ebenfalls auf DerZeitarbeits-Check.de. Hätte man aber auch recherchieren können…
  • Und dann war er wieder da – der Spruch von der “modernen Skl…ei”. Hätte uns gewundert, wenn das gefehlt hätte. Zur Info: wikipedia.org/wiki/Sklaverei . Somit endet die Reportage exakt so, wie man vermuten konnte…

Es bleibt also summa summarum nicht viel Neues außer verdrehten Begrifflichkeiten, Unwahrheiten, nicht repräsentativen Stichproben und eine dringende Frage: wo sind unsere GEZ-Gebühren geblieben? Versteht uns nicht falsch – Zeitarbeit ist kein Ponyhof und erst recht keine Wellnessoase – es ein knallhartes Geschäft für jeden Beteiligten! Und die unseriösen Firmen gehören vom Markt verbannt!

Wenn jedoch journalistische Reportagen oder Dokus ausgestrahlt werden, haben die Zuschauer ein Recht auf Objektivität, Sachlichkeit und differenzierte Berichterstattung. Sonst kann man sich auch die “NEWS” auf RTL2 anschauen.

Unsere Meinung zu dieser Reportage können Sie auch nachlesen unter:

http://blog.zdf.de/zdfzoom/2012/01/12/finger-weg-von-zeitarbeit/#comment-603

 
Jun
17
KOM
 

“DerZeitarbeits-Check.de” informiert über Zeitarbeit, “REIFE LEISTUNG! Süderelbe packt an” interessiert Arbeitnehmer für Zeitarbeit

Das Informations­ und Bewertungsportal DerZeitarbeits­-Check.de und der Beschäftigungspakt “REIFE LEISTUNG! Süderelbe packt an” luden am 25. Mai 2011 Arbeitnehmer und Arbeitsuchende in die EMPORE in Buchholz i.d.N. ein. In der öffentlichen Veranstaltung wurde einerseits objektiv und wertneutral über die Dienstleistung Zeitarbeit informiert und andererseits den Besuchern Gelegenheit gegeben, sich direkt bei Personaldienstleistern über die Chancen und Möglichkeiten zu erkundigen.

Mehrere Zeitarbeitunternehmen mit unterschiedlichen Branchen­Ausrichtungen nutzten die Chance, sich mit einem Info­Stand zu präsentieren und Fragen zur Zeitarbeit zu beantworten. Rund 350 Arbeitsuchende nutzten die Gelegenheit, sich umfassend zu informieren.

Eine wichtige Komponente der Veranstaltung war der Vortrag “Zeitarbeit – 10 unbequeme Wahrheiten”. Oliver Repp, Geschäftsführer der replin GmbH, die das Portal “DerZeitarbeits­Check.de” betreibt, legte den Zuhörerinnen und Zuhörern anhand von zehn Fakten dar, was Zeitarbeit ist, wie sie funktioniert und was Arbeitnehmer/innen dort erwartet. In objektiv darstellender Weise erklärte er, welche Personaldienstleistungen es gibt und welche herausgehobene Position der Zeitarbeit im wirtschaftlichen Gefüge zukommt. Detailliert berichtete Oliver Repp über die Dreiecksbeziehung, die die Zeitarbeit ausmacht und deren Volumen in Deutschland, über die Struktur des Zeitarbeit­Anbietermarktes sowie die Struktur der Zeitarbeitnehmerschaft. Außerdem gab er einen Überblick über das Tarifgefüge, den Mindestlohn und die Kalkulation eines Verrechnungssatzes. Kritische Fragen und Anmerkungen aus dem Publikum zeigten, dass die Ausführungen dort auf reges Interesse stießen.

Auch das Interesse der ausstellenden Personaldienstleister an der Gruppe der über 50­jährigen Arbeitsuchenden – das prinzipiell in der Zeitarbeit immer vorhanden war und ist – war groß und konnte noch weiter gesteigert werden. Es wurde von verschiedenen konkreten Vertragsanbahnungen berichtet.

Die Idee, eine solche Informationsveranstaltung ins Leben zu rufen, kann man nur begrüßen. Die vitalen Interessen aller Beteiligten mit objektiver Information zu verbinden, ist der richtige Weg. So zeigt es sich doch immer wieder, dass das Wissen über die Zeitarbeit im Allgemeinen und als Arbeitgeber im Besonderen in der Öffentlichkeit vielfach immer noch sehr mangelhaft ist. “Eines unserer Hauptziele ist es, den Arbeitsuchenden zu zeigen, dass es nicht nur schwarze Schafe in der Branche gibt, sondern auch seriöse und faire Personaldienstleister. Dieses ist uns auf jeden Fall gelungen. Daher werden auf diese Pilotveranstaltung mit Sicherheit weitere folgen”, so Oliver Repp.

“REIFE LEISTUNG!”-Projektmanager Dr. Rupert Seuthe von der Süderelbe AG ergänzt: “Wir machen seit Anbeginn des Projekts die Erfahrung, dass Zeitarbeit als Beschäftigungsform für unsere Zielgruppe kein selbstverständliches Thema ist. Wissensvermittlung zur Zeitarbeit steht daher auf der Agenda einer jeden lokalen “REIFE LEISTUNG!”-Maßnahme. Der “Buchholzer Dialog” hat diesen Ansatz in einen größeren, überregionalen Maßstab übertragen und zu­ gleich eine Begegnungsplattform für Arbeitsuchende aller Altersgruppen und Personaldienstleister unterschiedlicher berufsfachlicher Schwerpunkte geboten.”

“REIFE LEISTUNG!” ist der Beschäftigungspakt für Ältere von Stade bis Lüchow­Dannenberg. Er wird maßgeblich gefördert und unterstützt vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen des Bundesprogramms “Perspektive 50plus – Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen”. Hier finden sich zahlreiche weitere regionale Beschäftigungspakte, die möglicherweise die/den eine/n oder andere/n potenzielle/n Mitarbeiter/in für Personaldienstleister bereithalten.

- Peter Gröger -
Chefredakteur der Fachzeitschrift AIP
Allgemeiner Informationsdienst für Personaldienstleister

 
Mai
26
KOM
 

Hamburg/Buchholz – Die am 25. Mai 2011 durchgeführte Veranstaltung “1. Buchholzer Dialog zum Thema Personaldienstleistungen” mit der Vortragsreihe “Zeitarbeit – 10 unbequeme Wahrheiten” war ein voller Erfolg! So sahen es die Veranstalter – und wichtiger noch – die mehr als 350 ArbeitnehmerInnen und Arbeitsuchenden, denen wichtige Infos zum Thema Leiharbeit / Zeitarbeit gegeben wurden.

Der Hauptveranstalter, das Informations- und Bewertungsportal DerZeitarbeits-Check.de, hat am vergangenen Mittwoch in Kooperation mit dem regionalen Beschäftigungspakt „ReifeLeistung! Süderelbe packt an“ erstmalig eine Info-Veranstaltung für ArbeitnehmerInnen und Arbeitsuchende durchgeführt, bei der wichtige Fakten aus der Zeitarbeit präsentiert wurden.

Ziel der Veranstaltung war es u. a., den Besuchern aufzuzeigen, dass es zwar “Schwarze Schafe” in der Branche gibt, jedoch nicht alle Zeitarbeitsunternehmen dazu gezählt werden können. Wie man die Guten von den Miesen unterscheiden kann war genauso Thema wie die aktuelle Tarifsituation oder auch ganz einfach der erwartbare Stundenlohn und der seit 01. Mai eingeführte Mindestlohn.

“Es ist sehr schade, dass viele Zeitarbeitnehmer und Zeitarbeitnehmerinnen zu wenig über Zeitarbeit wissen,” so Oliver Repp, Gründer des Bewertungsportals. “Viele Informationen liegen entweder nicht vor oder sind inkorrekt, zum Teil sogar völlig falsch. Dafür kann jedoch der Einzelne nichts – er oder sie wird leider zu oft mit irreführenden Infos versorgt. Da ist es kaum ein Wunder, dass Vieles zwischen Zeitarbeitsunter-nehmen und Arbeitnehmern nicht funktioniert, wie es eigentlich könnte.”

Mit viel Engagement haben sich DerZeitarbeits-Check.de und Reife Leistung! – genauso wie die ausstellenden Personaldienstleister – den Fragen der Besucher gestellt. Auch wenn diese mitunter knallhart vorgetragen wurden.

Das Fazit fassen die Veranstalter wie folgt zusammen:

Das Feedback zeigt, dass das Konzept “Aufklärung für mehr Transparenz” erfolgreich ist und von den Veranstaltungsbesuchern wie auch den Personaldienstleistern absolut unterstützt wird.

Ob, wann und wo die Veranstaltung auch zukünftig stattfinden wird, wird nach einer ausgiebigen Analyse entschieden. Informiert werden Sie auf jeden Fall hier im BLOG.

 
Apr
24
KOM
 

In vielen Berufen ist es wichtig, die Dinge „richtig“ zu tun,  sich an vorgegebene Abläufe zu halten und möglichst „normal“ zu sein. Damit tun sich schräge Vögel schwer. Sie wollen die Dinge lieber auf eine andere – spannendere – Weise tun, sie hinterfragen Abläufe, stellen Gewohntes mit Begeisterung auf den Kopf und entwickeln völlig neue Lösungen aus überraschenden Perspektiven. Genau solche Menschen sucht die Texterschmiede. Denn aus solchen Menschen werden oft exzellente Werbetexter.

Die Texterschmiede Hamburg e.V. ist Deutschlands Schule Nr. 1 für die Ausbildung von Werbetextern und hat nur zwei  entscheidende Aufnahmekriterien:

Kreatives Talent und ein Höchstalter von 32 Jahren.

Dass Bewerber die deutsche Sprache sicher beherrschen und Spaß am Schreiben mitbringen, versteht sich von selbst.  Bedeutungslos sind hingegen Zeugnisse und der berufliche Hintergrund.

So wurde an der Texterschmiede beispielsweise ein ehemaliger Nachtclubbesitzer zum Werbetexter ausgebildet und stieg später zum Geschäftsführer einer Agentur mit 60 Mitarbeitern auf; ein vormaliger Landschaftsarchitekt hat seit seiner Zeit an der Schmiede so viele nationale und internationale Werbe-Preise gewonnen, dass er heute in den wichtigsten Kreativ-Jurys der Welt sitzt. Und im aktuellen Studiengang  arbeiten eine Friseurin, ein Koch und eine Speditionskauffrau an ihrer Werbekarriere.

Noch bis zum 31. Mai läuft die Bewerbungsfrist der Texterschmiede. Und HIER ( http://www.texterschmiede.de/de/come_in/copytest.html ) ist der Aufnahmetest, der entscheidet, ob schräge Vögel endlich ein berufliches Umfeld finden, in dem sie mit ihrer unkonventionellen Art genau richtig sind.

Sie finden die Texterschmiede auch als Netzwerkpartner unter www.Zeitarbeit-Jobs-Hamburg.de

 
Apr
11
KOM
 

Leiharbeit, Zeitarbeit, Personalleasing sind allesamt Begriffe, die in einem modernen Unternehmen mit einer fortschrittlichen Personalabteilung einfach zur Personalbeschaffung dazu gehören. Nach Berechnung des Instituts der Deutschen Wirtschaft sind derzeit über 900.000 Leiharbeitnehmer in Deutschland beschäftigt. Die Leiharbeit nimmt damit auf dem Arbeitsmarkt einen immer größeren Raum ein.

Dabei hat die Zeitarbeit in den letzten Monaten ein negatives Image erhalten. Warum eigentlich?

In diesem Bereich werden Jobs geschaffen – und zwar häufig für Arbeitnehmer, die anderswo nicht eingestellt würden.

Und Arbeitnehmer sind auch arbeitsrechtlich geschützt:

Der Vertrag

Der Leiharbeitsvertrag regelt die Bedingungen des Beschäftigungsverhältnisses. Er wird zwischen Verleihunternehmen und Arbeitnehmer geschlossen. Hier gibt es zunächst einmal keinerlei Besonderheiten gegenüber jedem anderen Arbeitsverhältnis. Leiharbeiter haben also gegenüber Ihrem Arbeitgeber Ansprüche auf Zahlung der Arbeitsvergütung, Urlaub, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und vieles mehr.

Dreiecksverhältnis_Zeitarbeit

Die Vergütung

Es gilt das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Hier gibt es wichtige gesetzliche zwingende Vorschriften, von denen nicht abgewichen werden darf. Das Wichtigste ist das so genannte Equal-Pay-Gebot. Dies bedeutet, dass Arbeitgeber grundsätzlich einen Anspruch auf die gleiche Bezahlung haben, wie die Arbeitnehmer, die im Entleihbetrieb tätig sind. Von dieser Regelung darf der Verleiher nur abweichen, wenn er Tarifverträge abgeschlossen hat. In Tarifverträgen können nämlich abweichende Regelungen vereinbart werden. Daher haben auch nahezu sämtliche Verleihunternehmen solche Tarifverträge vereinbart.

Außerdem soll es künftig Mindestlöhne in den unteren Lohngruppen geben.

Verleihunternehmen sind erlaubnispflichtig!

Nach § 1 des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) müssen Entleihunternehmen eine Erlaubnis für die Verleihung von Arbeitnehmern besitzen. Diese Erlaubnis wird auf einen schriftlichen Antrag von der Bundesagentur für Arbeit erteilt. Zunächst gibt es eine Erlaubnis befristet für ein Jahr. Diese befristete Erlaubnis kann dann verlängert werden. Eine unbefristete Erlaubnis für die Arbeitnehmerüberlassung kann erst dann erteilt werden, wenn der Verleihbetrieb drei aufeinander folgende Jahre tätig gewesen ist.

Die Prüfungen der Entleihunternehmen sind relativ streng und werden von der Bundesagentur für Arbeit durchgeführt. Die Erlaubnis oder die Verlängerung wird untersagt, wenn

  • die erforderliche Zuverlässigkeit nicht besteht,
  • eine ordentliche Betriebsorganisation nicht vorhanden ist oder
  • dem Leiharbeitnehmer nicht die vergleichbaren Bedingungen wie im Entleihbetrieb gewährt werden, es sei denn, ein Tarifvertrag wurde abgeschlossen.

In besonders schweren Fällen kann sogar die Erlaubnis zurückgenommen oder widerrufen werden.

Die Folgen der fehlenden Erlaubnis sind gravierend: Danach sind Verträge zwischen Verleihunternehmen und Entleihunternehmen unwirksam, wenn die Erlaubnis nicht vorliegt. Der Arbeitnehmer hat dann ein Arbeitsverhältnis mit dem Entleihunternehmen abgeschlossen!

Rechte gegenüber dem Entleiher

Zunächst hat das Entleihunternehmen natürlich sämtliche Arbeitsschutzbestimmungen einzuhalten. Dies gilt sowohl für Arbeitszeitfragen als auch für den sonstigen Arbeitsschutz. Weiterhin sind natürlich auch Pausenregelungen nach dem Arbeitszeitgesetz einzuhalten.

Rechte und Pflichten des Betriebsrats

Betriebsverfassungsrechtlich ergeben sich bei der Leiharbeit besondere Rechte und Pflichten. Insbesondere, wenn Leiharbeitnehmer in einen Betrieb integriert werden sollen, ist der Betriebsrat des Entleihbetriebs zu beteiligen. Geregelt ist dies zum einen in § 99 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) und in § 14 Abs. 3 Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Danach ist vor der Übernahme eines Leiharbeitnehmers zur Arbeitsleistung der Betriebsrat des Entleihbetriebs zu beteiligen. Ihm ist auch die schriftliche Erklärung des Verleihers vorzulegen, die dieser dem Entleihbetrieb vorlegen muss. Hierin hat der Verleihbetrieb zunächst zu erklären, ob er die Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung überhaupt besitzt.

Verliert der Verleiher die Erlaubnis, bspw. durch eine Rücknahme oder Widerruf durch die Bundesagentur für Arbeit, muss dem Betriebsrat dies durch das Entleihunternehmen unverzüglich mitgeteilt werden.

Der Betriebsrat hat also vor jeder Arbeitsaufnahme eines Leiharbeiters mitzubestimmen.

Arbeitnehmer dürfen im Entleihbetrieb den Betriebsrat mit wählen, wenn Sie länger als drei Monate im Betrieb eingesetzt worden sind. So steht es in § 7 Satz 2 BetrVG. Wählbar sind Sie allerdings nicht.

Leiharbeit schließt betriebsbedingte Kündigung aus

Werden in einem Betrieb Leiharbeitnehmer beschäftigt, dürfen in aller Regel betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgesprochen werden. So hat es auch das Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm mit Urteil vom 05.03.2007, Az.: 11 Sa 1338/06, festgestellt!

Also: Sind Leiharbeiter wirklich nicht genügend geschützt? Urteilen Sie selbst!

 
Sep
07
KOM
 

Bundesverband Personalvermittlung (BPV)

Personalvermittlung kann nicht professionell genug betrieben werden, da in diesem Bereich mit der beruflichen Zukunft von Arbeitnehmern gearbeitet wird. Um dem Anspruch an Professionalität gerecht zu werden, haben sich viele Arbeits- und Personalvermittler in Deutschland in einem Verband, dem BPV, organisiert. Dessen stellvertretender Vorstandsvorsitzender, Herr Thomas Schonscheck, antwortet im heutigen Interview auf Fragen zu diesem Verband, zu dessen Arbeit, zu Zielen uvm.

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DerZeitarbeits-Check.de: Guten Tag Herr Schonscheck, können Sie uns sagen, was genau der BPV ist ?

Thomas Schonscheck: Der Bundesverband Personalvermittlung e.V. wurde am 3. März 1994 gegründet und ist heute mit bundesweit rund 700 Mitgliedsbetrieben der größte und älteste Verband professioneller Personalvermittler. Unternehmen, die sich im BPV zusammengeschlossen haben, wollen die Entwicklung der Branche mitgestalten und positiv beeinflussen. Das besondere Augenmerk liegt dabei auf der Qualität der Personalvermittlungsprozesse, die wir ständig verbessern wollen.

DerZeitarbeits-Check.de: Wofür steht der BPV als Verband für Personalvermittler?

Thomas Schonscheck: Der BPV vertritt kleine, mittlere und große Personalvermittlungsunternehmen. Die wichtigsten Aufgaben sind Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die regelmäßige Information unserer Mitglieder. Als Verband blicken wir auf 16 Jahre Erfahrung in der Personalvermittlung zurück. Davon profitieren nicht nur unsere Mitglieder, sondern auch Bewerber und Kundenbetriebe.

DerZeitarbeits-Check.de: Können Sie uns sagen, welche Ziele der BPV genau verfolgt?

Thomas Schonscheck: Der BPV fördert die gemeinsamen Interessen der Mitgliedsunternehmen. Darüber hinaus kommuniziert er Wert und Ansehen der von den Mitgliedern angebotenen Dienstleistungen.

Eine wichtige Aufgabe sieht der BPV auch darin, die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen zu beobachten und deren Einfluss auf den Arbeitsmarkt zu analysieren und zu erklären. Die Dienstleistungsbranche ist geprägt von kontinuierlichem Wandel. Daraus ergeben sich Konsequenzen für die Personalvermittlung, die rechtzeitig erkannt und kommuniziert werden müssen. Darin liegt einer der Arbeitsschwerpunkte des BPV und ein signifikanter Vorteil für die BPV-Mitglieder.

Zudem informiert der Verband seine Mitglieder über Gesetzesänderungen in der Personalvermittlung und trägt damit zur Qualitätssicherung der Branche bei. Er fördert außerdem Bildung und Wissenschaft im Umfeld der Personaldienstleistungen.

Thomas Schonscheck, stv. Vorsitzender des BPV

Thomas Schonscheck, stellvertr.Vorstandsvorsitzender des BPV

DerZeitarbeits-Check.de: Welchen Nutzen haben Personalvermittler von einer Mitgliedschaft im BPV?

Thomas Schonscheck: Es gibt viele Argumente, die für eine Mitgliedschaft im BPV sprechen. So signalisiert diese unternehmerisches Engagement und hochwertige Dienstleistungen. Denn für unsere Mitglieder gelten verbandseigene Qualitätsstandards sowie die unter der Federführung des Bundeswirtschaftsministeriums erarbeiteten „Qualitätsstandards für private Arbeits- und Personalvermittler“.

Außerdem bedeutet eine Mitgliedschaft im Verband erhebliche Wettbewerbsvorteile.

So können interessierte Kundenunternehmen und Stellensuchende über die Mitgliederdatenbank auf unserer Webseite schnell geeignete Mitgliedsbetriebe finden oder sich diese bei der Verbandsgeschäftsstelle anfordern. Zudem informiert der BPV seine Mitglieder zeitnah über verbands- und branchenrelevante Entwicklungen.

Darüber hinaus betreibt der BPV Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit: Durch gute Kontakte verschafft er sich Gehör bei politischen Entscheidungsträgern und trägt damit zur Verbesserung der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der Branche bei – wovon auch unsere Mitgliedsunternehmen profitieren.

DerZeitarbeits-Check.de: Und welchen Nutzen haben Bewerber, wenn deren Vermittler im BPV Mitglied
sind?

Thomas Schonscheck: Bewerbern signalisiert die BPV-Mitgliedschaft eines Vermittlers Seriosität und Vertrauen.

Denn Mitgliedsunternehmen verpflichten sich zur Einhaltung verbandseigener Berufsgrundsätze und anerkannter Qualitätsstandards. Zudem kennen unsere Mitglieder den lokalen Arbeitsmarkt und wissen um die regionalen Besonderheiten.

Bewerber profitieren davon, weil sie schnell und ihren Qualifikationen entsprechend vermittelt werden können. Ein weiterer Vorteil: Die Kosten für die Vermittlung trägt der Personaldienstleister, nicht der Bewerber.

DerZeitarbeits-Check.de: Welche Tipps haben Sie für Bewerber, die sich an Personalvermittler
wenden möchten?

Thomas Schonscheck: Bewerber, die sich an einen Personalvermittler wenden, sollten unbedingt offen in das Gespräch gehen. Denn nur wenn der Vermittler die Qualifikationen wie auch die persönlichen Erwartungen und Präferenzen des Bewerbers genau kennt, kann er ihn erfolgreich vermitteln.
Personalvermittlung ist eine sensible Angelegenheit. Sie muss professionell und verantwortungsvoll betrieben werden. Die Zusammenarbeit mit einem BPV-Mitgliedsunternehmen garantiert dies – denn unsere Mitglieder verfügen über die für eine erfolgreiche Personalvermittlung notwendigen hohen Standards und die fachliche Qualifikation.

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Herr Schonscheck, bitte ergänzen Sie folgende Satzanfänge:

Hinsichtlich des Vermittlungsgutscheins hoffen wir für 2010 und 2011…
… dass die Politik frühzeitig die bis zum 31. Dezember 2010 befristete Regelung zum Vermittlungsgutschein verlängert und die Konditionen an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes anpasst, damit unsere Mitgliedsunternehmen Planungssicherheit haben.

Für die Personalvermittlung stellt die demografische Entwicklung…
… eine Herausforderung dar. Einerseits ist in der Personalvermittlung – ähnlich wie in anderen Branchen auch – der Mangel an qualifizierten Arbeitnehmern bereits deutlich zu spüren, so dass es für Vermittler zunehmend schwieriger wird, geeignetes Personal zu finden. Andererseits können Bewerber wie Personalvermittler auch von diesen Veränderungsprozessen profitieren: So wird die Beratungsintensität zunehmen und wechselwillige Arbeitnehmer werden schneller und leichter einen neuen Job finden.

Auswege aus der derzeitig kritischen Bewerbersituation…
… gibt es! Die Defizite in unserem Bildungssystem müssen behoben und junge Menschen fit für den Arbeitsmarkt gemacht werden. Auch gilt es, das Prinzip des lebenslangen Lernens in die Praxis umzusetzen: Qualifizierung und Weiterbildung sollten für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber selbstverständlich sein.

Zudem könnten über eine gesteuerte Zuwanderung Fachkräfte aus dem Ausland gezielt angeworben werden. In Deutschland fehlt es darüber hinaus an familienfreundlichen Arbeitsbedingungen, die es vor allem jungen Eltern ermöglichen würden, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Hier sind Politik und Wirtschaft gleichermaßen gefragt, zeitgemäße Lösungen zu finden und diese auch konsequent umzusetzen.

DerZeitarbeits-Check.de: Herr Schonscheck, wir danken Ihnen für das Gespräch!

vorn im Bild: Heinz Ostermann (I.K. Hofmann), Vorstandsmitglied in der hinteren Reihe v.l.n.r.:  Raymond Homo (Vivento Interim Services), Vorstandsmitglied Antje Schmilgus, BPV-Geschäftsstelle/Pressekontakt Hans-Peter Brömser (Randstad), Vorstandsvorsitzender Thomas Schonscheck (Manpower), stellv. Vorstandsvorsitzender Stefan Leubecher (Adecco), Vorstandsmitglied

vorn im Bild: Vorstandsmitglied Heinz Ostermann (I.K. Hofmann); in der hinteren Reihe v.l.n.r.: Vorstandsmitglied Raymond Homo (Vivento Interim Services), BPV-Geschäftsstelle/Pressekontakt Antje Schmilgus, Vorstandsvorsitzender Hans-Peter Brömser (Randstad), stellv. Vorstandsvorsitzender Thomas Schonscheck (Manpower), Vorstandsmitglied Stefan Leubecher (Adecco)


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Kontaktdaten des BPV:

Bundesverband Personalvermittlung e.V.
Friedrichstraße 200
10117 Berlin
Tel.: 030 / 20 6718 03
Fax: 030 / 7 67 75 23 – 50
E-Mail: kontakt@bpv-info.de

 
Jan
10
KOM
 

arbeitsagenturNa, das ist ja so nicht besonders hilfreich für Arbeitssuchende – genauso wenig natürlich für Arbeitgeber:

Bei Bundesagentur für Arbeit (BA) gibt es eine Jobbörse. Macht ja Sinn. Und eigentlich müsste gerade diese Jobbörse eine richtig, richtig gut funktionierende sein, ist doch das Zusammenbringen von Arbeitgebern mit passenden Arbeitnehmern DAS Kerngeschäft der Arbeitsagentur.

Leider ist dem aber (noch) nicht so. Aber vielleicht arbeitet man bei der BA ja gerade daran, das System deutlich zu verbessern, und während dieser Arbeiten gibt es Bugs. So ließen sich einige der Fehler jedenfalls erklären, denen zum Beispiel eine arbeitslose Bloggerin begegnete.

Sie schildert in ihrem lesenswerten Blogbeitrag eine wahre Odyssee, die sie erlebte:

Denn mit Entsetzen stelle ich fest, dass vor kurzem eklatante Änderungen an meiner Biografie vorgenommen wurden. Zum Beispiel ist mir kurzerhand mein Abitur aberkannt worden. Grmpf. Und auch die bisherigen Tätigkeiten in diversen Firmen – ich bin Marketingfachkraft – wurden jeweils komplett umbekannt, zum Beispiel in PR-Referentin.

Aber damit nicht genug. Ihre Suchanfragen führten zu Suchergebnissen, die mit ihren Suchkriterien nicht übereinstimmten:
Sie sucht einen Job als Marketingfachkraft, angeboten werden ihr jedoch lauter Vertriebsjobs. Das ist mitnichten das gleiche.

Als ich mich [nach Schriftwechsel und persönlichem Termin mit der Arbeitsagentur] auf arbeitsagentur.de in mein Profil einlogge, sind die Falschangaben inzwischen zwar korrigiert, aber sobald ich einen Suchalgorithmus auslöse, also mein Profil gegen die Stellenangebote “matche”, wie es neudeutsch heißt, erscheinen lauter Vertriebsjobs.

Ihrer Arbeitsberaterin passiert beim Treffen das gleiche. Abhilfe schaffen kann auch sie nicht.

Zu hoffen bleibt eigentlich nur, dass dieses Geschehen ein Ausnahmefall ist, dessen Fehler schnellstens behoben werden.
Es ist so schwer, einen Arbeitsplatz zu finden, da ist es enorm wichtig, dass Online-Jobbörsen – und allen voran natürlich die der BA – passende Suchergebnisse liefern.

 
Nov
20
KOM
 

glaskugelEin wenig vereinfacht die Überschrift unzulässig. Natürlich ist es nicht grundsätzlich so, dass Männer optimistisch und Frauen pessimistisch sind.

Aber in der aktuellen Umfrage von Randstad, dem Randstad Arbeitsbarometer, schauen die befragten Männer tatsächlich zuversichtlicher in die Zukunft als die Frauen.

Berufebilder.de befragte Petra Timm, Sprecherin von Randstad Deutschland:

“Vergleicht man die Einschätzungen von Frauen und Männern fällt auf: Deutschlands Arbeitnehmerinnen blicken deutlich pessimistischer in die Zukunft als ihre männlichen Kollegen”, so Petra Timm. Während 40 Prozent der befragten Frauen damit rechnen, dass die Krise sich verschlimmert und die Arbeitsmenge abnehmen wird, glauben dies nur 29 Prozent der männlichen Arbeitnehmer. 37 Prozent der Arbeitnehmerinnen prognostizieren, dass die Krise zwar andauert, Umsatz und Arbeitsmenge aber gleichbleiben. Diese optimistische Sicht teilen 48 Prozent der männlichen Kollegen.

Jetzt frage ich mich: Sind die Frauen insgesamt realistischer oder tatsächlich skeptischer als die Herren der Schöpfung? Interessant wäre auch, ob die weiblichen Befragten die Zukunft negativer einschätzen, weil es in Zeiten der Krise und insgesamt für sie schwieriger ist als für Männer, einen Job zu finden. Dann könnte es sein, dass sie die negative Prognose vor allem aus ihrer persönlichen Sicht einschätzen, nicht allgemein.

Außerdem ergab sich bei der Befragung, dass die Zukunftseinschätzung umso positiver ist, je höher der Bildungsabschluss der Befragten ist.
Genaue Zahlen finden Sie ebenfalls in dem oben schon verlinkten Artikel bei Berufebilder.de.

Das wiederum finde ich naheliegend. In guten wie in schlechten wirtschaftlichen Zeiten werden gut ausgebildete Mitarbeiter gesucht, für weniger Qualifizierte ist es zu jeder Zeit schwierig, einen Job zu finden. Und natürlich ist die Jobsuche in Zeiten einer Krise – noch dazu für Zeitarbeiter – für niedrig Qualifizierte besonders hart.

Foto: Maren Beßler, pixelio

 
Nov
18
KOM
 

schutz_regen
Hmm, irgendwie löste der Artikel NRW-Arbeitsminister Laumann: Zeitarbeit schützt Stammbelegschaften gemischte Gefühle bei mir aus.

Als nahezu nie erwähnter Vorteil der Zeitarbeitsbranche wird hier genannt, dass Zeitarbeit die Stammbelegschaften in Unternehmen schützt. Das betonte ausgerechnet der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann, der eher als Kritiker der Zeitarbeit gilt. Wörtlich sagte Laumann:

Um die Stammbelegschaft zu schützen, mussten wir Zeit- und Leiharbeit zulassen.

Ja klar, das ist schon logisch. Denn einige Unternehmen haben in Auftragsspitzen-Zeiten eben nicht weitere Arbeitnehmer fest eingestellt sondern sich mit Zeitarbeitern beholfen. Dadurch mussten sie keine festangestellten Mitarbeiter entlassen, als die Krise kam und die Aufträge zurückgingen. Nur die Zeitarbeiter – die standen als erste buchstäblich im Regen.

Ist also ein bisschen doppelbödig, dieser Vorteil. Was die einen schützt, nützt den anderen noch lange nicht.

Und dass die Zeitarbeiter selbst sich über diesen Vorteil der Zeitarbeitsbranche freuen, wage ich mal, in Frage zu stellen.

Fotos: Reante Franke, PeeF pixelio

 
Okt
27
KOM
 

berlinBerlin liegt, was den Arbeitsmarkt angeht, zurzeit im Verhältnis zu den anderen Bundesländern richtig gut im Rennen.

Die Berliner Morgenpost veröffentlichte Zahlen des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg:

Im ersten Halbjahr 2009 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um satte 2,8 Prozent gegenüber demselben Vorjahreszeitraum. Der Bundesdurchschnitt liegt bei einem Anstieg von nur 0,3 Prozent. Damit liegt Berlin an der Spitze aller Bundesländer.

In der Zeitarbeit ging der Anteil in der ersten Jahreshälfte 2009 zwar um 6,4 Prozent zurück, aber auch in diesem Bereich liegt Berlin auf einem guten zweiten Platz. Einen geringeren Rückgang der Zeitarbeit gab es nur in Mecklenburg-Vorpommern mit 5,6 Prozent. Zum Vergleich: Am schlechtesten ging es Zeitarbeitern in Baden-Württemberg. Dort sank die Anzahl der in der Zeitarbeit Beschäftigten um sage und schreibe 34,6 Prozent. – Hey, das ist mehr als ein Drittel alle Zeitarbeiter dort! Durchschnittlich sank die Zahl der Zeitarbeiter bundesweit um 21,4 Prozent.

Für die Relation: Von insgesamt 1,10 Millionen Beschäftigten in Berlin arbeiteten im ersten Halbjahr 2009 durchschnittlich 22.700 Zeitarbeiter. Das entspricht einem Anteil von 2,1 Prozent.

Auch Brandenburg lag in Sachen Zeitarbeit nicht so schlecht. Hier gab es einen Rückgang um 9,4 Prozent. Was die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr angeht, lag Brandenburg allerdings nur knapp über dem Bundesdurchschnitt: Es gab einen Beschäftigungszuwachs um 0,5 Prozent.

Also, ich würd’ mal so sagen: Wenn ich mir die Zahlen so angucke, lohnt sich für Jobsuchende ja vielleicht die Überlegung, in die Hauptstadt überzusiedeln. Abgesehen davon ist Berlin natürlich sowieso ne ganz, ganz prima Stadt. Was soll ich als geborene Steglitzerin auch anderes sagen? ;-)

Foto: Berthold Kamps, pixelio