AArchive für März, 2010

Mrz
20
KOM
 

anmeldungenGerade – genauer am 11. März – konnte das Bewertungs- und Informationsportal DerZeitarbeits-Check.de seinen ersten Geburtstag feiern. Geboren wurde DerZeitarbeits-Check.de aus der Idee seines Gründers Oliver Repp, Zeitarbeitnehmern die Gelegenheit zu geben, ihren Arbeitgeber zu bewerten.

Das erste Lebensjahr von DerZeitarbeits-Check.de war aufregend und ereignisreich. Nehmen wir uns die Zeit für einen kurzen Rückblick:

Die eingegangenen Bewertungen der Arbeitnehmer zeigen deutlich, dass die Qualität von Personaldienstleistern differenziert beurteilt wird. Interessant dabei ist, dass es bisher nur 46% weniger gute Bewertungen (1 Stern: 25% und 2 Sterne: 21%) gab. Dagegen waren 10% 3 Sterne-Bewertungen und bemerkenswerte 44% beurteilten Ihren Arbeitgeber insgesamt gut (25%) bis sehr gut (19%).

Geografisch gesehen kommen die registrierten Arbeitnehmer bisher zumeist aus Hamburg (36%), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (30%) sowie Niedersachsen und Berlin (je 8%). Es folgen Bayern und Schleswig-Holstein (je 5%), Baden-Württemberg (4%) und Sachsen (3%). Weitere 3% teilen sich die übrigen Bundesländer.

Neben der Suchergebnis-Seite erfreut sich vor allem der Lohnrechner bei den Portalnutzern großer Beliebtheit.

Derzeit haben acht Personaldienstleister mit insgesamt 15 Niederlassungen die Erklärung “Gemeinsam für faire Zeitarbeit” unterschrieben und konnten sich so einen Premiumeintrag sichern.

Von Beginn an erfuhr DerZeitarbeits-Check.de Unterstützung von allen Seiten. Verschiedene Kooperationspartner aus dem Bereich der Weiterbildung (die HWBR in Rostock oder die NBS in Hamburg), Initiativen (z. B. Die lange Nacht der Industrie) und Unternehmen (PSCteam, PBS4U, EUSOS et.) unterstützten das Portal. Das gab Auftrieb und sorgte für zündende Ideen.

Auch die Arbeitgeberverbände der Zeitarbeit (AMP, BZA, iGZ) und die Gewerkschaft IG Metall verewigten sich auf der Seite Tarifverträge Zeitarbeit, um über ihre Tätigkeiten und Ziele zu informieren.

Bis heute kooperieren weit mehr als einem Dutzend unterschiedlicher Unternehmen, Verbände und Initiativen mit dem Portal DerZeitarbeits-Check.de.

Die hervorragende Resonanz gibt den Machern des Portals recht: Faire und seriöse Zeitarbeit ist ein wichtiges Thema für Arbeitnehmer und Unternehmen.

Es reicht eben nicht aus, seinem Frust nur in verschiedenen Foren Luft zu machen. Konstruktive Kritik – negative und positive – hilft allen Beteiligten weitaus besser, einen Personaldienstleister zu finden, der seriös arbeitet und seine Mitarbeiter fair behandelt.

Oliver Repp, Geschäftsführer der das Portal betreibenden replin GmbH fasst zusammen:

Es ist unglaublich, was sich in diesem ersten Jahr alles entwickelt hat und wie positiv das Portal aufgenommen wurde. Dafür möchten wir uns herzlich bei all denjenigen bedanken, die auf unterschiedlichste Art dafür gesorgt haben, dass der einjährige Geburtstag ein Grund zum Feiern war.

Das alles hält uns natürlich weiterhin hoch motiviert und wir werden schon bald die nächsten Features, die sich aus Anregungen unserer Nutzer und von Personaldienstleistern ergeben haben, umsetzen.

 
Mrz
16
KOM
 

bestplacetoworkNa, in diese Studie lohnt sich aber mal ein ausführlicher Blick:

Deutschlands beste Arbeitgeber 2010

Alljährlich schreiben die Great Place to Work Institute in über 40 Ländern weltweit einen Wettbewerb aus, um die jeweils besten Arbeitgeber zu ermitteln:

Jeder Wettbewerb hebt Unternehmen und Organisationen mit den besten Arbeitsplätzen im jeweiligen Land oder einer bestimmten Region der Welt hervor. Dabei kommt überall die gleiche Methode zum Einsatz, mit der das Vertrauen und die Qualität der Beziehungen insgesamt zwischen den Mitarbeitern und dem Management ermittelt werden.

Auf Grundlage der nationalen “Beste Arbeitgeber”-Wettbewerbe in Europa koordiniert das Great Place to Work® Institute Europe einen jährlichen Wettbewerb zur Ermittlung der “100 besten Arbeitgeber in Europa”.

Übrigens, zwei dieser ausgezeichneten Unternehmen Deutschlands sind Personaldienstleister.

Also, wenn Sie einen Job suchen, warum nicht direkt bei den 100 besten in Deutschland gucken?

 
Mrz
10
KOM
 

spielzeugOffensichtlich gibt es nicht nur gute Vorbilder. Auch extrem fragwürdige Methoden finden Nachahmer:

Die Hamburger Morgenpost fasst zusammen:

Aufregung bei Toys’R'Us in Eidelstedt. Angestellte wurden entlassen, Zeitverträge nicht verlängert, stattdessen sind Leiharbeiter im Einsatz. Für ver.di steht fest: Der Betriebsrat soll geschwächt werden. “Sollte die Anzahl der dauerhaft Beschäftigten auf unter 21 fallen, wäre nur noch ein einköpfiger Betriebsrat im Amt”, so ver.di-Sekretär Björn Krings. Toys’R'Us soll sich inzwischen per einstweiliger Verfügung gegen die Wahl eines erneuten dreiköpfigen Betriebsrats stemmen.

Hamburg-business-on zitiert zu Details Björn Krings, den zuständigen ver.di Sekretär:

Der Spielzeughändler Toys’R'us in Hamburg versucht, eine ähnliche Methode zum Abbau von regulären Beschäftigungsverhältnissen anzuwenden.

Das Unternehmen setzte in seiner mit knapp 30 Beschäftigten besetzen Filiale in Hamburg Eidelstedt ein Viertel der Kolleginnen und Kollegen mittels Auslaufen von befristeten Arbeitsverträgen und Kündigungen vor die Tür. Seit Anfang März werden nun ersatzweise Beschäftigte der Leiharbeitsfirma ‘Teamwork’ in der Filiale in Eidelstedt eingesetzt.

Ver.di will gerichtlich gegen gegen Toys’R'us vorgehen und per einstweiliger Verfügung den Einsatz von Leiharbeitern untersagen lassen.

Und sogar der Hamburger Senat mischt sich nun in diesen spektakulären Fall ein:

Laut Informationen des Hamburger Abendblatts schrieb Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (CDU) einen Brief an Toys’R'us, in dem er sehr betroffen darum bat, die Umstrukturierungen noch einmal zu überdenken.

Ich denke, dass Toys’R'us sich mit dieser Aktion weit mehr schadet als die Firma gewinnen könnte, wenn sie mit ihr durchkäme. Ein angeknackster Ruf hallt lange in den Köpfen der Menschen nach.

Foto: Susanne Schmich, pixelio

 
Mrz
05
KOM
 

billigloehneDen Artikel Lohndumping im Auftrag des Staates bei heise.de finde ich wirklich bitter.

Alle sprechen von Lidl, Schlecker und anderen Unternehmen, die Mitarbeiter zu Niedriglöhnen beschäftigen. Die Politik engagiert sich verbal für die in Niedriglohnbranchen Arbeitenden, zum Beispiel die Altenpfleger, aber die Relaität sieht so aus:

Es sind bittere Zahlen, die das Finanzministerium auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken nennt, die auch Telepolis vorliegt. Im öffentlichen Sektor sind 131.722 Menschen beschäftigt, die so geringe Löhne erhalten, dass sie zusätzliche Leistungen aus dem Hartz-IV-Topf beziehen müssen. Jeder zehnte Hartz-IV-Aufstocker ist somit direkt oder indirekt im Öffentlichen Dienst tätig.
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Noch dramatischer fällt die Zahl bei den sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten aus, die Zusatzleistungen in Anspruch nehmen müssen. Von den insgesamt 424.915 Vollzeitbeschäftigten, bei denen der Lohn so gering ist, dass sie zusätzlich Hartz-IV-Leistungen beanspruchen müssen, sind 75.057 (18%) im Öffentlichen Dienst tätig.

Dies ist jedoch nur eine Dunkelziffer, die Zahl der Niedriglöhner im Dienste des Staates ist weitaus höher, da nicht jeder Niedriglöhner Anspruch auf Hartz-IV-Leistungen hat. Wer beispielsweise in einer Partnerschaft lebt, bei der der Partner normal verdient, geht auch bei den Aufstockern leer aus.

Der gesamte Artikel ist sehr lesenswert und lässt doch ab und an denken, dass da seitens des Staates recht zynisch mit Menschen umgegangen wird. Auf jeden Fall besteht Handlungsbedarf im Bereich der Niedriglöhne. In diese Richtung geht auch das Fazit im Artikel:

In keinem anderen westeuropäischen Land gibt es so viele Niedriglöhner wie in Deutschland. Längst sind es nicht mehr nur die ungelernten Hilfsarbeiter, die für Hungerlöhne arbeiten müssen – drei Viertel der Niedriglöhner [extern] haben eine Berufsausbildung absolviert oder sogar studiert. Der Niedriglohnsektor in Deutschland wächst von Jahr zu Jahr, die Löhne im Niedriglohnsektor nehmen Jahr für Jahr weiter ab.

Foto: Rainer Aschenbrenner, pixelio