Also, tatsächlich will sie nur den Namen von ‘Hartz IV’ geändert wissen, aber bis ich das rausgefunden habe, bin ich natürlich drin im Artikel. Na ja, was soll’s. Denn einige interessante Willensbekundungen – jedenfalls interessantere und in ihrer Auswirkung wichtigere als neue Namen für alte Schuhe – finden sich schon:
Von der Leyen spricht sich gegen die Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger aus, die Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) vorgeschlagen wurde.
Die Regelsätze sollen nicht geringer werden.
Der Verlängerung der Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge bei der Kurzarbeit über 2010 hinaus steht von der Leyen offen gegenüber. „Ich bin im Moment im ganz engen Gespräch sowohl mit den Gewerkschaften als auch mit den Arbeitgeberverbänden. Wir sind uns einig: es hat sich bewährt, im letzten Jahr mit Augenmaß die Kurzarbeit weiter zu entwickeln. Diese Tradition behalte ich bei. Wir werden in der ersten Jahreshälfte klarstellen, wie es weitergeht“, sagte die Arbeitsministerin.
Zumindest Verständnis zeigt von der Leyen für den Wunsch der Metallindustrie, Zuschüsse für die Kurzarbeit zu bekommen. Gründsätzlich sei sie dieser Idee nicht abgeneigt, nur dürfe keine Branche bevorzugt werden.
Sie ist dagegen, die Beitragssätze für die Arbeitslosenversicherung ab 2011 von 2,8 auf 3 Prozent zu erhöhen.
Von der Leyen plädiert eindeutig und wiederholt für branchenspezifische Mindestlöhne.
Und:
Zudem plant sie Maßnahmen gegen den Missbrauch der Zeitarbeit. „Wenn jetzt aber einzelne Unternehmen die Zeitarbeit nutzen um Belegschaften zu ersetzen oder im Betrieb identische Arbeit für einen Bruchteil des Lohnes erledigen zu lassen, dann werde ich nicht zulassen, dass dadurch die gesamte Zeitarbeit in Verruf gerät. Schlupflöcher im Gesetz werden wir schließen“.
Neue Ministerin, alles neu, alles besser? Schau’n wir mal.
Jobs in Jobbörsen – so reichhaltig wie Obst und Gemüse am wohlsortierten Marktstand. Aber: Nicht an jedem Stand sind die frischen Zutaten für die Küche auch gleich lecker.
Ähnlich verhält es sich mit dem ‘Sortiment’ der Jobbörsen. Jobbörse ist nicht gleich Jobbörse. Jede hat ihre Vorteile, die Qualität diferiert in unterschiedlichen Punkten.
Gestern hat Die Online Seite einen langen Artikel veröffentlicht, in dem vom Test verschiedener Jobbörsen berichtet wird.
Diese sieben Jobbörsen wurden mit 10 verschiedenen Test-Arbeitssucher-Profilen getestet.
Und so schnitten die Portale ab:
Ich empfehle wärmstens, den Artikel selbst zu lesen, die Ergebnisse im Einzelnen sind wirklich lesenswert. Und helfen Ihnen sicher, die für Sie richtige Jobbörse zu finden.
‘Der Bundesverband Zeitarbeit (BZA) und die Tarifgemeinschaft Zeitarbeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes haben sich heute auf neue Entgelte in der Zeitarbeit geeinigt und damit eine intensive Verhandlungsrunde erfolgreich zum Abschluss gebracht. Die neue Entgeltstruktur und die übrigen Tarifregelungen treten am 1. Mai 2010 in Kraft und gelten bis zum 30. April 2012.
BZA-Tarifverhandlungsführer Thomas Bäumer zum Verhandlungsabschluss:
Unser Tarifvertrag vermittelt Arbeitgebern wie Arbeitnehmern Sicherheit und trägt zur Beruhigung des in jüngster Vergangenheit sehr turbulenten Tarifgeschehens in der Zeitarbeit bei. Er hat Vorreiter-Funktion für die gesamte Branche. Wir empfehlen deshalb allen Unternehmen in der Zeitarbeit, sich daran zu orientieren.
Der Abschluss sieht eine schrittweise Erhöhung der Entgelte aller Entgeltgruppen um zweimal 2,5 Prozent vor. Zudem ist eine Einmalzahlung in Höhe von 80,00 Euro vereinbart.’
Na, und diesen Part der Pressemitteilung hatten wir hier ja gerade beim letzten Blogeintrag:
‘Die Tarifparteien kritisieren gemeinsam die von Schlecker praktizierte Form der konzerninternen Arbeitnehmerüberlassung scharf. ‘
Und dazu gibt’s hier demnächst mehr:
‘Dieser Fall und die im Mai 2011 eintretende volle Arbeitnehmerfreizügigkeit sollten den Gesetzgeber jetzt endlich dazu veranlassen, einen allgemeinverbindlichen Branchenmindestlohn über das Arbeitnehmer-Entsendegesetz einzuführen, so die Tarifverhandlungspartner übereinstimmend.’
Über die doch sehr fragwürdigen Methoden der Drogeriemarktkette Schlecker, die viele ihrer Mitarbeiter entlassen und über ein Leiharbeitsunternehmen zu sehr viel schlechteren Arbeitsbedingungen in ihren neuen XL-Märkten wieder einstellt, konnten Sie hier im Blog ja schon mehrfach lesen:
Erst entlassen, dann zum Dumpinglohn und schlechteren Arbeitsbedingungen wieder einstellen – der “Fall Schlecker” hat die Leiharbeit bundesweit wieder in die Schlagzeilen gebracht. Inzwischen hat das Unternehmen bekundet, vorerst auf weitere Zeitarbeiter zu verzichten. Damit sei das eigentliche Problem aber noch nicht gelöst, mahnen Gewerkschaften und Arbeitsmarktforscher: Dieses Vorgehen habe in Deutschland längst Methode. Eine neue OECD-Studie bescheinigt Deutschland gar “eine Zweiklassen-Gesellschaft am Arbeitsmarkt”.
Wie hart geht es derzeit auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu? Welche Rolle spielt die Leiharbeit in der Krise? Schafft sie Jobs oder dient sie vor allem dem Lohndumping?
Das Thema diskutieren Herta Däubler-Gmelin (SPD), Achim Neumann von der Gewerkschaft ver.di, die Betriebsrätin Ulrike Schramm-de Robertis, der Personaldienstleister Peter Mumme und der Unternehmensberater Florian Gerster.
Und hier noch ein Beitrag aus dem ZDF vom 12.01.2010: Lohndumping? Vorwürfe gegen Schlecker
Schon lange bin ich großer Fan der Bücher und Artikel von Svenja Hofert. Sie schreibt sehr praxisnah und mit vielen Tipps und Hinweisen, die man eben nicht überall bekommt. Das alles so gut begründet und erklärt, dass eigentlich kaum Fragen offen bleiben und man sofort loslegen kann.
Stöbern Sie doch mal in den Buchveröffentlichungen von Svenja Hofert, vielleicht ist ja auch eines dabei, das Sie gerade jetzt momentan gut nutzen können. Zum Beispiel für Ihre Jobsuche, und damit bin ich dann auch ’schon’ beim eigentlichen Thema, worüber ich heute schreiben wollte.
Wenn Sie sich also auch in Sachen Zeitarbeit auf die Suche machen wollen…
Finden Sie Zeitarbeitsunternehmen, die Bewerber mit Ihren Voraussetzungen und Qualifikationen unter Vertrag nehmen.
Recherchieren Sie, ob die ausgewählten Zeitarbeitsunternehmen fair und transparent arbeiten.
(Bei der Beantwortung dieser beiden Fragen kann Ihnen natürlich eine Recherche bei Der Zeitarbeits-Check.de helfen.)
Telefonieren Sie doch mal unverbindlich mit dem einen oder anderen Zeitarbeitsunternehmen und fragen Sie dort nach, was an Bewerbungsunterlagen benötigt wird.
Erkundigen Sie sich, welche Weiterbildungen/Qualifizierungsmaßnahmen Ihre Chancen erhöhen, einen Zeitarbeitsjob in einem – natürlich möglichst gut bezahlten – Bereich zu bekommen, den Sie sich wünschen.
Fragen Sie Zeitarbeiter aus Ihrem Bekanntenkreis oder auch die Zeitarbeitsunternehmen selbst, was Sie vielleicht außerdem tun können, um Ihre Chancen auf einen Job in der Zeitarbeit zu erhöhen.
Wenn Weiterbildungsmaßnahmen ratsam sind, sprechen Sie mit ihrem Arbeitsberater, ob, wann und wo sie an den betreffenden Maßnahmen teilnehmen können.
Und mit all diesen Informationen ausgestattet und vielleicht nach Absolvierung einer Weiterbildung bewerben Sie sich dann – natürlich mit richtig sorgfältig vorbereiteten Bewerbungsunterlagen – bei den Zeitarbeitsunternehmen Ihrer Wahl.
Gestern gab es in der ARD Report München. Einer der Beiträge dort hat mich ziemlich erschreckt: Qualifizierungsmaßnahme – schlecht beraten und abgeschoben.
Es geht um Weiterbildungsmaßnahmen, in die Arbeitslose von der Argeitsagentur geschickt werden – oder eben nicht.
In dem ausführlichen Beitrag wird mehrererlei bemängelt:
Es gibt wohl sehr viele qualitativ ausgesprochen schlechte Weiterbildungsmaßnahmen. Trotzdem müssen die Arbeitslosen auf Weisung Ihrer Arbeitsagentur dorthin, um ihre Unterstützung nicht gekürzt zu bekommen. Vorgestellt wurde als Beispiel eine Maßnahme, in der die Teilnehmer den ganzen Tag lang kaum etwas anderes tun, als zum Zweck der Jobsuche im Internet zu surfen – ohne dass sie dabei wesentliche Recherchehilfen seitens der Weiterbildner bekommen.
Viele Arbeitslose beklagen, dass ihnen von ihren Arbeitsberatern gar keine Weiterbildungen vorgeschlagen werden. Der Arbeitslose müsse sich selbst darum kümmern.
Wieder andere Arbeitslose beklagen, dass ihre Berater sich nicht gut genug im Weiterbildungsmarkt auskennen. Zum Beispiel käme es öfter vor, dass sie ihre Berater fragen, ob sie eine bestimmte Weiterbildungsmaßnahme machen dürfen. In Unkenntnis der betreffenden Maßnahme lehnen die Berater oft ab.
Und noch andere Arbeitslose kümmern sich intensiv darum, für sie sinnvolle Weiterbildungsmaßnahmen zu finden. Sie werden fündig – und bekommen die Maßnahme abgelehnt, weils sie dadurch hinterher überqualifiziert wären.
Hm, ich denke, im Bereich der Beratung in Sachen Weiterbildungsmaßnamen für Arbeitslose besteht dringender Handlungsbedarf bei der Bundesanstalt für Arbeit.
Oft ist’s ja so, dass einem neuen Jahr so viel Frische anhaftet, dass man voller Elan wieder ans Werk geht. Vielleicht geht’s Ihnen mit Ihrer Jobsuche ja auch so, falls Sie arbeitslos sind.
So ein Jahresanfang ist zum Beispiel auch eine gute Gelegenheit, mal wieder zu checken, ob man für Bewerbungen optimal gerüstet ist.
Hier ein paar Videos mit Tipps und Anregungen für Ihre Bewerbung:
Bewerbungsunterlagen: So sieht die perfekte Bewerbung aus:
Eine richtige Bewerbung schreiben
Stil und Etikette – richtig bekleidet bei der Bewerbung
Ja, Jobsuche ist hart. Und manchmal ist man frustriert, verliert die Lust, sich richtig Mühe zu geben.
Nutzen Sie doch den Jahresanfang, um auch in Sachen Motivation ‘alles auf Anfang’ zu stellen. Und legen Sie wieder mit voller Kraft los.
Ach so, nicht fehlen dürfen natürlich diese ‘vorbildlichen’ ;-) ‘Tipps’ fürs Bewerbungsgespräch aus Kesslers Knigge:
Na, das ist ja so nicht besonders hilfreich für Arbeitssuchende – genauso wenig natürlich für Arbeitgeber:
Bei Bundesagentur für Arbeit (BA) gibt es eine Jobbörse. Macht ja Sinn. Und eigentlich müsste gerade diese Jobbörse eine richtig, richtig gut funktionierende sein, ist doch das Zusammenbringen von Arbeitgebern mit passenden Arbeitnehmern DAS Kerngeschäft der Arbeitsagentur.
Leider ist dem aber (noch) nicht so. Aber vielleicht arbeitet man bei der BA ja gerade daran, das System deutlich zu verbessern, und während dieser Arbeiten gibt es Bugs. So ließen sich einige der Fehler jedenfalls erklären, denen zum Beispiel eine arbeitslose Bloggerin begegnete.
Sie schildert in ihrem lesenswerten Blogbeitrag eine wahre Odyssee, die sie erlebte:
Denn mit Entsetzen stelle ich fest, dass vor kurzem eklatante Änderungen an meiner Biografie vorgenommen wurden. Zum Beispiel ist mir kurzerhand mein Abitur aberkannt worden. Grmpf. Und auch die bisherigen Tätigkeiten in diversen Firmen – ich bin Marketingfachkraft – wurden jeweils komplett umbekannt, zum Beispiel in PR-Referentin.
Aber damit nicht genug. Ihre Suchanfragen führten zu Suchergebnissen, die mit ihren Suchkriterien nicht übereinstimmten:
Sie sucht einen Job als Marketingfachkraft, angeboten werden ihr jedoch lauter Vertriebsjobs. Das ist mitnichten das gleiche.
Als ich mich [nach Schriftwechsel und persönlichem Termin mit der Arbeitsagentur] auf arbeitsagentur.de in mein Profil einlogge, sind die Falschangaben inzwischen zwar korrigiert, aber sobald ich einen Suchalgorithmus auslöse, also mein Profil gegen die Stellenangebote “matche”, wie es neudeutsch heißt, erscheinen lauter Vertriebsjobs.
Ihrer Arbeitsberaterin passiert beim Treffen das gleiche. Abhilfe schaffen kann auch sie nicht.
Zu hoffen bleibt eigentlich nur, dass dieses Geschehen ein Ausnahmefall ist, dessen Fehler schnellstens behoben werden.
Es ist so schwer, einen Arbeitsplatz zu finden, da ist es enorm wichtig, dass Online-Jobbörsen – und allen voran natürlich die der BA – passende Suchergebnisse liefern.
Wenn auch langsam. Zu langsam nach Meinung vor allem der Gewerkschaften.
Aber immerhin:
Seit dem 1.1.2010 – Ihnen allen übrigens bei der Gelegenheit ganz herzlich ein frohes Neues Jahr! –
gilt ein neuer Mindestlohn für die Abfallwirtschaft. Der iGZ führt aus:
Der Mindestlohntarifvertrag enthält einen bundeseinheitlichen Mindeststundenlohn von 8,02 Euro ohne Lohngruppendifferenzierung.
Insgesamt zählen rund 160.000 Beschäftigte zur Entsorgungsbranche; von der neuen Mindestlohn-Verordnung profitieren schätzungsweise etwa 20.000 Arbeitskräfte in der Abfallwirtschaft.
Ok, das ist ein Anfang. Aber für viele andere Branchen und auch für die Zeitarbeit zieht es sich hin in Sachen Mindestlohn.
Zwar hat sie Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Ursula von der Leyen, in einem Interview mit der Saarbrücker Zeitung die Einführung weiterer branchenspezifischer Mindestlöhne in Aussicht gestellt.
Klaus Wiesehügel, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), bemängelte indessen die schleppende Bearbeitung bereits vorliegender Mindestlohn-Tarifverträge, die von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gemeinsam beschlossen worden seien. Der im Oktober vereinbarte Mindestlohn-Tarifvertrag im Gebäudereinigerhandwerk liege „seit einigen Wochen ebenso der Arbeitsministerin vor wie der Mindestlohn-Tarifvertrag des Dachdeckerhandwerks“, erklärte Wiesehügel gegenüber der Nachichtenagentur ddp. Der Gewerkschaftschef fügte hinzu: „Wir sind gespannt, aber auch langsam entsetzt, dass die Entscheidungen so lange dauern.“
Also, hoffen wir mal, dass die Poltiker sich jetzt alle in ihren neuen Sesseln zurechtgeruckelt, die Festtagsbraten verdaut und frische Kraft über die Feiertage getankt haben, damit’s auch hier zügig vorangeht.