AArchive für November, 2009

Nov
30
KOM
 

ja_neinSehr interessante Gegenüberstellung, die es bei WDR online zu lesen gibt. Zwei Unternehmer berichten über Zeitarbeit. Über ihre Ansichten dazu und Erfahrungen damit. Spannend daran: Der eine Unternehmer hat gute Gründe, Zeitarbeit zu befürworten, der andere hat ebenso triftige Argumente, Zeitarbeit in seinem Betrieb abzulehnen.

Ulrich Schümer, Vorstandsmitglied beim Fahrzeughersteller Schmitz Cargobull sagt: “Leiharbeit macht uns flexibel.”

Sein Unternehmen fängt mit Leiharbeitern Ausfallzeiten fester Mitarbeiter ab und federt höheren Mitarbeiter-Bedarf in Auftragsspitzenzeiten oder konjunkturellen Hochs mit ihnen ab. Er verwendet dafür den schönen Begriff “atmende Fabrik“.
Der Umgang mit Zeitarbeitern in diesem Unternehmen klingt sehr fair: Viele Zeitarbeiter werden übernommen; wenn Boni ausbezahlt werden, profitieren auch die Leiharbeiter davon und außerdem arbeitet das Unternehmen nur mit Leiharbeitsunternehmen zusammen, die Tariflöhne zahlen.

Dagegen lehnt Martin Kümmerling, Geschäftsführer der Kunststoffe bedruckenden Firma Kolbe das Prinzip Zeitarbeit ab: “Da beißt sich die Katze in den Schwanz.”

Kümmerling befürchtet, dass Leiharbeiter nicht ausreichend qualifiziert für die Arbeit in seinem Unternehmen sind und er sorgt sich um den Kundenschutz: Es soll nicht nach außen dringen, für welche Kunden das Unternehmen arbeitet. Außerdem geht er davon aus, dass die geringer bezahlten Leiharbeiter nicht so motiviert arbeiten wie höher bezahlte Festangestellte. Dadurch könnten Arbeitstempo und Produktqualität leiden, wodurch der Ruf des Unternehmens und die Auftragslage Schaden nähmen. Und der Kostenvorteil durch die preiswerteren Leiharbeiter würde dadurch wieder zunichte gemacht, dass die Leiharbeiter eben oft neu im Unternehmen sind und zeitintensiv eingearbeitet werden müssen.

Sehr sachliche Argumentation von beiden Seiten. Gefällt mir gut. So kann man sich doch beiden Seiten öffnen, ohne dass man gleich mit innerem Widerstand zu kämpfen hat, weil Befürworter oder Ablehner der Zeitarbeit nur unsachlich “rumpöbeln”.

Foto: Judith Lisser-Meister, pixelio

 
Nov
28
KOM
 

syltEs lohnt sich, Gewerkschaftsmitglied zu sein. Es lohnt sich auch für Zeitarbeiter. Denn die Gewerkschaften kämpfen – so der Slogan der Gewerkschaft Ver.di – für “mehr Geld, mehr Rechte, mehr Respekt“. Und:

Bei ver.di bekommst Du Arbeits- und Sozialrechtsschutz, hast Anspruch auf tarifliche Leistungen und Solidarität. Wir helfen Dir kostenlos beim Lohnsteuerjahresausgleich und beraten Dich bei Rentenfragen. Den „Job-Check“ kannst Du machen, wenn Du von Kündigung bedroht bist oder einen Arbeitsplatzwechsel bzw. eine Weiterqualifizierung planst.

Außerdem bietet Ver.di seinen Mitgleidern auch immer wieder Informationen, Gesprächs- oder sogar Expertenrunden. Für alle Hamburger ZeitarbeiterInnen ist dieser Termin interessant:

Am Mi., 16.12.2009 stehen vier Experten für alle Fragen zur Zeitarbeit bereit. Mehr Informationen dazu direkt bei Ver.di.

Bis einschließlich März 2010 gibt es noch einen guten Grund, Mitglied bei Ver.di zu werden oder Mitglieder zu werben: Eine tolle Verlosung:

Mitglied werden! Mitglied werben!

Für neue Mitglieder und WerberInnen verlost ver.di ein langes Wochenende für 2 Personen auf Sylt im Frühjahr 2010! Jedes neue Mitglied aus der Zeitarbeit nimmt an der Verlosung teil. Ebenso jede WerberIn – egal aus welcher Branche. Je mehr neue Mitglieder Du wirbst, desto höher sind Deine Gewinnchancen:

Für jede/n Geworbene/n bekommt du ein weiteres Los bei der Ziehung. Sowie eine Werbeprämie von 15 Euro.

Einsendeschluss: 31. März 2010
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Och, so’n Wochenende auf Sylt – das hat doch was…

Foto: klaas hartz, pixelio

 
Nov
27
KOM
 

Mindestlohn_ZeitarbeitsbrancheBesonders vor der Bundestagswahl war der Mindestlohn – auch für die Zeitarbeit – ein heiß diskutiertes Thema. Im Moment kocht es in der Öffentlichkeit nicht mehr so hoch, wie das so oft mit brisanten Themen nach einer wichtigen Wahl leider ist.

Umso besser, dass es jetzt zu diesem Spezialthema eine neue Veröffentlichung gibt, die ich auf der Site der iGZ entdeckt habe:

Mindestlohn in der Zeitarbeitsbranche von Katrin Hosenberg

Hier die Kurzbeschreibung des Titels:

Die in Deutschland seit dem Jahre 1972 durch das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz geregelte Zeitarbeit hat sich inzwischen eine feste Position in der deutschen Wirtschaft gesichert. Dabei gehen die Meinungen über Zeitarbeit weit auseinander. Für die einen stellt sich Zeitarbeit als „moderne Sklaverei“ dar, andere sehen in ihr die wichtigste Waffe gegen die Massenarbeitslosigkeit. So bedeutend die Zeitarbeit für den deutschen Arbeitsmarkt geworden ist, so tiefgreifend sind die sozialen Verwerfungen, die branchenweit insbesondere durch erstaunlich niedrige Tarifabschlüsse entstanden sind.

Dies hat dazu geführt, dass für kaum eine andere Branche die Frage der Mindestlohneinführung ähnlich intensiv diskutiert wird. Der Titel vermittelt einen Überblick über die derzeitige Lohn- und Tarifsituation in der Zeitarbeitsbranche und stellt mögliche Wege zur Einführung eines Mindestlohnes dar. Dabei werden die verfassungsrechtlichen und europarechtlichen Aspekte der Mindestlohneinführung beleuchtet.

Zudem wird die für die weitere Entwicklung der Branche bedeutende Frage erörtert, in welcher Höhe ein etwaiger Mindestlohn unter Berücksichtigung internationaler und nationaler Vergleichsgrößen angesetzt werden sollte. Das Buch leistet einen Beitrag, die Diskussion über die Einführung eines Mindestlohns in der Zeitarbeitsbranche wissenschaftlich fundiert voranzutreiben und bietet zugleich interessierten Praktikern einen Überblick über die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen der Branche.

Gut, wenn hier Wege aufgezeigt werden, wie man vernünftige Mindestlöhne in der Zeitarbeitsbranche einführen kann. Auch Der Zeitarbeits-Check vertritt ja die Ansicht: Wer gute Arbeite leistet, sollte auch ordentliches Geld verdienen.

 
Nov
24
KOM
 

Wir haben zwar erst kürzlich über den neuen Zertifikatslehrgang Personaldienstleistung berichtet. Aber weil Qualifizierung so wichtig ist und weil es eine gemeinsame Initiative aller drei großen Verbände für Zeitarbeit ist, veröffentlichen wir hier noch einmal die niegelnagelneue Pressemitteilung zu diesem Thema:

FHF_201109_GruppenbildDer Zertifikatslehrgang Personaldienstleistung des HZW geht weiter – Anmeldungen sind noch bis Januar möglich

Nach einem erfolgreichen ersten Jahr des Zertifikatslehrgangs Personaldienstleistung haben am 20. November 2009 die neuen Teilnehmerinnen und Teilnehmer die deutschlandweit einzigartige Weiterbildung für Personaldienstleister auf akademischem Niveau am Hochschulzentrum für Weiterbildung (HZW) der Fachhochschule Gießen-Friedberg begonnen. Prof. Dr. Ulrich Vossebein, Leitender Direktor des HZW, und Prof. Dr. Harald Danne, Vize-Präsident der FH Gießen-Friedberg, begrüßten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Friedberg und informierten über das praxisnahe Studium an der FH Gießen-Friedberg. Auch die Vorstands- bzw. Präsidiumsmitglieder der drei kooperierenden Branchenverbände, Mirco Melega (AMP), Wilhelm Oberste-Beulmann (BZA) und Michael Hacker (iGZ), richteten Grußworte an die Anwesenden.

Der berufsbegleitende Zertifikatslehrgang Personaldienstleistung richtet sich an Personen, die in der Personaldienstleistungsbranche tätig sind, bereits über praktische Erfahrungen auf diesem Gebiet verfügen und diese durch eine qualifizierte Weiterbildung auf Hochschulniveau ergänzen möchten. In der einjährigen Weiterbildungsmaßnahme werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem in Personalmanagement, Marketing und Sozialkompetenz weiterqualifiziert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf rechtlichen Themen, wie Arbeits-, Tarif- und Vertragsrecht. Die während des Zertifikatslehrgangs erworbenen Leistungen können auf einen anschließenden Bachelorstudiengang voll angerechnet werden.

Ein Einstieg in das laufende Programm ist noch bis zum 20.01.2010 möglich. Weitere Informationen dazu erhalten Sie bei Julia Schäfer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des HZW, Tel. 06441 / 44597-263, julia.schaefer@hzw.fh-giessen.de, www.hz-weiterbildung.de.

Der Zertifikatslehrgang wurde im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Arbeitgeberverband Mittelständischer Personaldienstleister e.V. (AMP) entwickelt und wird ab diesem Jahr von den beiden anderen Branchenverbänden mitgetragen: dem Bundesverband Zeitarbeit Personal-Dienstleistungen (BZA) und dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ). Die drei Verbände haben bereits gemeinsam den Ausbildungsberuf zum Personaldienstleistungskaufmann/-frau ins Leben gerufen und begrüßen es sehr, dass es nun auch eine akademische Ausbildung für die Personaldienstleistungsbranche gibt.

Kontakte:
AMP e.V., BZA e.V., iGZ e.V.

 
Nov
22
KOM
 

1:0 für NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben: Für ihren Auftritt beim iGZ-Landeskongress in der Veltins-Arena Auf Schalke als Hauptrednerin überreichten ihr die iGZ-Landesbeauftragte Anne Rosner (r.) und iGZ-Hauptgeschäftsführer RA Werner Stolz Ball und Buch.

1:0 für NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben: Für ihren Auftritt beim iGZ-Landeskongress in der Veltins-Arena Auf Schalke als Hauptrednerin überreichten ihr die iGZ-Landesbeauftragte Anne Rosner (r.) und iGZ-Hauptgeschäftsführer RA Werner Stolz Ball und Buch.

Der Landeskongress NRW des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), der am letzten Donnerstag, 19.11.2009, Auf Schalke in Gelsenkirchen tagte, hatte illustren Besuch: Als Hauptrednerin der Veranstaltung betonte NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben die Wichtigkeit der Zeitarbeitsbranche für die gesamte Wirtschaft:

“Wir haben unbestritten einen Wandel der Arbeitswelt, der mit klassischen Antworten nicht hinkommt.” Gefragt sei jetzt Flexibilität: “Wir werden dabei zwischen Stammbelegschaft und Zeitarbeitsbranche ein intensives Zusammenspiel erleben. Neue Lösungen”, so die Ministerin, “werden an den Schnittstellen der Branchen gefunden.” Zeitarbeit sei eine sehr ernst zu nehmende, etablierte und wachsende Branche, die nicht nur Lückenfüller sei. Zeitarbeit sei eine echte Chance für Langzeitarbeitslose und “karierte Karrieren”, verwies sie auf Quereinsteiger.

Nach der Wahl gratulierten die iGZ-Bundesvorsitzende Ariane Durian (l.) und die NRW-Regionalkreisleiter der iGZ-Landesbeauftragten Anne Rosner (M.) zu ihrer Wahl.

Nach der Wahl gratulierten die iGZ-Bundesvorsitzende Ariane Durian (l.) und die NRW-Regionalkreisleiter der iGZ-Landesbeauftragten Anne Rosner (M.) zu ihrer Wahl.

Auf dem gut besuchten Kongress mit abwechslungsreichem Programm wurde außerdem Anne Rosner als Landesbeauftragte des iGZ in NRW offiziell gewählt. Nachdem die Gelsenkirchenerin das Amt ein Jahr kommissarisch geführt hatte, bestätigte das Mitgliederplenum die Unternehmerin bei lediglich sechs Enthaltungen ohne Gegenstimme im Amt. Ariane Durian, Bundesvorsitzende des iGZ, würdigte die bisherigen Verdienste Anne Rosners, die das Amt in schwierigen Umbruchzeiten des iGZ übernommen und durch ihre professionelle und besonnene Art mit entscheidend dazu beigetragen habe, dass der iGZ heute so gut dastehe.

Begleitet wurde der Kongress von einer Fachausstellung „Dienstleister der Zeitarbeitsbranche“.

 
Nov
20
KOM
 

glaskugelEin wenig vereinfacht die Überschrift unzulässig. Natürlich ist es nicht grundsätzlich so, dass Männer optimistisch und Frauen pessimistisch sind.

Aber in der aktuellen Umfrage von Randstad, dem Randstad Arbeitsbarometer, schauen die befragten Männer tatsächlich zuversichtlicher in die Zukunft als die Frauen.

Berufebilder.de befragte Petra Timm, Sprecherin von Randstad Deutschland:

“Vergleicht man die Einschätzungen von Frauen und Männern fällt auf: Deutschlands Arbeitnehmerinnen blicken deutlich pessimistischer in die Zukunft als ihre männlichen Kollegen”, so Petra Timm. Während 40 Prozent der befragten Frauen damit rechnen, dass die Krise sich verschlimmert und die Arbeitsmenge abnehmen wird, glauben dies nur 29 Prozent der männlichen Arbeitnehmer. 37 Prozent der Arbeitnehmerinnen prognostizieren, dass die Krise zwar andauert, Umsatz und Arbeitsmenge aber gleichbleiben. Diese optimistische Sicht teilen 48 Prozent der männlichen Kollegen.

Jetzt frage ich mich: Sind die Frauen insgesamt realistischer oder tatsächlich skeptischer als die Herren der Schöpfung? Interessant wäre auch, ob die weiblichen Befragten die Zukunft negativer einschätzen, weil es in Zeiten der Krise und insgesamt für sie schwieriger ist als für Männer, einen Job zu finden. Dann könnte es sein, dass sie die negative Prognose vor allem aus ihrer persönlichen Sicht einschätzen, nicht allgemein.

Außerdem ergab sich bei der Befragung, dass die Zukunftseinschätzung umso positiver ist, je höher der Bildungsabschluss der Befragten ist.
Genaue Zahlen finden Sie ebenfalls in dem oben schon verlinkten Artikel bei Berufebilder.de.

Das wiederum finde ich naheliegend. In guten wie in schlechten wirtschaftlichen Zeiten werden gut ausgebildete Mitarbeiter gesucht, für weniger Qualifizierte ist es zu jeder Zeit schwierig, einen Job zu finden. Und natürlich ist die Jobsuche in Zeiten einer Krise – noch dazu für Zeitarbeiter – für niedrig Qualifizierte besonders hart.

Foto: Maren Beßler, pixelio

 
Nov
18
KOM
 

schutz_regen
Hmm, irgendwie löste der Artikel NRW-Arbeitsminister Laumann: Zeitarbeit schützt Stammbelegschaften gemischte Gefühle bei mir aus.

Als nahezu nie erwähnter Vorteil der Zeitarbeitsbranche wird hier genannt, dass Zeitarbeit die Stammbelegschaften in Unternehmen schützt. Das betonte ausgerechnet der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann, der eher als Kritiker der Zeitarbeit gilt. Wörtlich sagte Laumann:

Um die Stammbelegschaft zu schützen, mussten wir Zeit- und Leiharbeit zulassen.

Ja klar, das ist schon logisch. Denn einige Unternehmen haben in Auftragsspitzen-Zeiten eben nicht weitere Arbeitnehmer fest eingestellt sondern sich mit Zeitarbeitern beholfen. Dadurch mussten sie keine festangestellten Mitarbeiter entlassen, als die Krise kam und die Aufträge zurückgingen. Nur die Zeitarbeiter – die standen als erste buchstäblich im Regen.

Ist also ein bisschen doppelbödig, dieser Vorteil. Was die einen schützt, nützt den anderen noch lange nicht.

Und dass die Zeitarbeiter selbst sich über diesen Vorteil der Zeitarbeitsbranche freuen, wage ich mal, in Frage zu stellen.

Fotos: Reante Franke, PeeF pixelio

 
Nov
16
KOM
 

langenachtindustrie

Alle Fotos der Langen nacht der Industrie in Hamburg – und dann auch größer ;-) – können Sie sich auf einer extra dafür geschalteten Seite ansehen.

Nun ist sie schon wieder vorbei für dieses Jahr, die Lange Nacht der Industrie. Genau genommen waren es ja zwei lange Nächte, die eine in Hamburg, die andere in Bremen. Hier im Blog haben wir die Lange Nacht der Industrie auch angekündigt und die ausrichtende Eventagentur Prima Events war auch auf der Der Zeitarbeits-Check.de-Veranstaltung zur Qualifikation in der Zeitarbeit.

Und wie war es nun? Eine der Teilnehmerinnen erzählt:

Wer hätte das gedacht: Industrie ist spannend
Die zweite Lange Nacht der Industrie fand gestern in Hamburg statt.
Sarah Lisa Maik, 26, war dabei.

Um 17.00 Uhr gestern Abend war es soweit: Leicht fröstelnd, eher vor Aufregung als vor
Kälte, standen rund 800 Menschen am Hamburger ZOB und lauschten den Worten von
Wirtschaftssenator Axel Gedaschko. Er war als Schirmherr ebenso gekommen, um die
angemeldeten Teilnehmer der zweiten „Langen Nacht der Industrie“ in Hamburg zu
begrüßen wie auch Frank Horch, Präses der Handelskammer Hamburg, Hans-Theodor
Kutsch, Vorsitzender des IVH – INDUSTRIEVERBAND HAMBURG e.V. und Thomas
Bösenberg, Geschäftsführer von team.arbeit.hamburg. Senator Gedaschko zeigte sich nicht
nur hoch erfreut darüber, „dass diese Veranstaltung auf so viel positive Resonanz trifft“
sondern auch über die Tatsache, dass Hamburgs Beispiel inzwischen Schule macht: Nach
der Premiere in der Hansestadt im vergangenen Jahr hat in diesem Jahr bereits eine Lange
Nacht in Bremen statt gefunden, weitere Städte und Metropolregionen werden im
kommenden Jahr nachziehen.

Alle Begrüßungsredner betonten einhellig, wie wichtig und sinnvoll die Veranstaltung einer
„Langen Nacht der Industrie“ sei für Hamburg und Norddeutschland als Industriestandort.
Insbesondere sei sie aber eine große Chance auch für die Unternehmen, welche sich, ihre
Produkte und Produktionsstätten in diesem Rahmen präsentieren könnten.

Den zumeist jungen Teilnehmern (Teilnahme war erlaubt ab 14 Jahren) wünschte man einen
informativen Abend, gute Gespräche sowie viel Orientierung und Perspektive für die
Berufswahl. Denn das war es, worum es ging: Jobs in der Industrie kennen zu lernen,
Karriere-Perspektiven zu finden auf der einen, sich einem ausgewählten Bewerberkreis
präsentieren, neue Arbeitskräfte finden, auf der anderen Seite.

Hans-Theodor Kutsch, Vorsitzender des IVH – INDUSTRIEVERBAND HAMBURG e.V.
brachte es so auf den Punkt: “Hamburgs Industrie ist einer der wichtigsten
Wirtschaftsfaktoren unserer Stadt mit zirka 180.000 Arbeitsplätzen und Ausbildungschancen
für alle Schulabschlüsse.“ Industrie sei ein attraktiver Arbeitgeber. Und er machte den
Jugendlichen Mut. Es sei wichtig, Hemmungen und Gedanken wie „da brauche ich mich erst
gar nicht zu bewerben“ zu überwinden.

Um 17.15 Uhr bestiegen die Teilnehmer ihre Busse, die sie zu jeweils zwei Unternehmen
bringen sollten. 16 Hamburger Unternehmen hatten ihre Werkstore geöffnet und erwarteten ihre Besucher: Albis Plastic, Arcelor Mittal, azv Südholstein, Bode Chemie, BSN medical,
Cargill, Dasell Cabin Interiors, EON Hanse, Eurogate, Ferchau Engineering, Hamburg
Wasser, KHS Corpoplast, Lufthansa Technik, National Starch, seca Deutschland und
Vattenfall Europe.

Unsere Tour führte uns zunächst in die spannende Welt der Luftfahrt. Auf dem Gelände der
Lufthansa Technik unmittelbar neben dem Flughafen Fuhlsbüttel machte unser Bus den
ersten Stopp. Zur Begrüßung gab es eine Snacktüte für einen langen Abend und gegen
einen knurrenden Magen. Im Vortragsraum erklärte uns ein rund 20minütiger Film, was
Lufthansa Technik macht, wer die Kunden sind etc. Danach begann der Rundgang durch
die Hallen. Eine gerade in Wartung befindliche Boeing 737 konnten wir aus allernächster
Nähe betrachten. Unter dem imposanten Flieger hindurchgehen, ins Innenleben blicken.
Während des Besuchs gingen die Wartungsarbeiten weiter. Mechaniker von Lufthansa sind
rund um die Uhr vor Ort, um Maschinen zu warten oder zu reparieren, jeder noch so kleine
Arbeitsschritt wird dabei gewissenhaft dokumentiert.

In der Jumbohalle erwarteten uns zwei der Mega-Jets. Einer davon ein VIP-Flieger, streng
bewacht und mit luxuriösester Ausstattung. So etwas sieht man auch nicht alle Tage!
Zum Abschluss des Besuches bei Lufthansa Technik wurden wir noch mit Informationen
versorgt, wo und auf welche Art man sich bei dem Unternehmen bewerben kann.
Danach ging es im Bus zur nächsten Station: Bode Chemie.

Beim Hersteller von Sterillium, dem weltweit meist verkauften Desinfektionsmittel für Hände,
gab es ebenfalls ein Begrüßungspaket. Hierin fanden sich ein Becher, ein Schlüsselbund
und – natürlich – Produkte des Unternehmens. In kompletter Schutzmontur – mit Haube,
Kittel, Schutzbrille und blauen Schutz-Schuhen beinahe steril sozusagen – folgte nach einem
Vortrag in kleinen Gruppen eine Führung durch Gebäude, Produktionshallen sowie Labor
von Bode Chemie. Auch hier konnten die Teilnehmer tolle Eindrücke sammeln. Die Tour
endete um 22.15 Uhr wieder am ZOB. Erschöpft waren wir alle. Aber es hat gefallen.
Industrie ist echt spannend. Wer hätte das gedacht.

Protokolliert von Ulrike Masztalerz

Na, das hört sich doch unbedingt wiederholenswert an. Prima Gelegenheit, vor der Job- oder Ausbildungsplatz-Suche bei einigen Industrieunternehmen gründlich hinter die Kulissen zu schauen.

 
Nov
14
KOM
 

Heute mal in eigener Sache: Award_PremiummitgliedschaftAb sofort sind die offiziellen Mitglieder bei Der Zeitarbeits-Check.de sofort erkennbar: Ihr Eintrag ist gekennzeichnet durch den neuen Der Zeitarbeits-Check.de-Award .

So sind die Zeitarbeitsunternehmen, die sich schriftlich zu fairen Konditionen bekannt haben, noch schneller zu finden:

Eine Mitgliedschaft, die verpflichtet

Jeder Personaldienstleister, der eine Mitgliedschaft bei DerZeitarbeits-Check.de anstrebt, muss die Erklärung “Gemeinsam für faire Zeitarbeit” und die darin enthaltenen Verhaltensrichtlinien verpflichtend anerkennen.

Damit setzen unsere Mitglieder ein Zeichen für seriöse, faire und transparente Zeitarbeit und grenzen sich gleichzeitig von den “Schwarzen Schafen” der Branche ab.

Als sichtbares Zeichen für den seriösen und fairen Umgang mit Kunden und Mitarbeitern stellen wir unseren Mitgliedern den abgebildeten Award als Urkunde für den Aushang in den eigenen Geschäftsräumen, als Link-Banner für die Unternehmens-Homepage und natürlich auch auf unserem Portal zur Verfügung.

Das ist natürlich auch für Jobsuchende gut zu wissen und der dem Datensatz jedes offiziellen Mitglieds verliehene Award erleichtert es Arbeitssuchenden noch mehr als bisher, eindeutig ‘weiße Schafe’ der Branche zu erkennen.

 
Nov
12
KOM
 

familieDAS nenn ich doch mal ein richtig gutes Projekt:
Familienfreundliche Arbeitszeiten in der Zeitarbeit

Die Soziale Innovation GmbH, Unternehmensberatung aus Dortmund hat das Projekt entwickelt und umgesetzt. Der Bundesverband Zeitarbeit (BZA), der Deutsche Gewerkschaftsbund und diverse Zeitarbeitsunternehmen in Nordrhein-Westfalen beteiligen sich daran.

Und das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration (NRW) befand das Projekt für so gut, dass man es prämierte.

Worum geht’s?

Die Soziale Innovation GmbH untersuchte die Arbeitszeiten von Arbeitnehmern verschiedener Zeitarbeitsunternehmen und fand heraus, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, diese familienfreundlicher zu organisieren. Jetzt sollen konkrete Modelle entwickelt und ausprobiert werden, die anderen Zeitarbeitsunternehmen als Vorlage dienen können.

Dass familienfreundliche Arbeitszeiten und Arbeitsmodelle nicht nur menschenfreundlich sondern auch für die Wirtschaft lohnend sind, begründet BZA-Hauptgeschäftsführer Ludger Hinsen:

Diese können Müttern wie Vätern den Wiedereinstieg oder die Weiterbeschäftigung in Vereinbarkeit mit der Familie erleichtern und dabei helfen, dem Mangel an qualifizierten Mitarbeitern entgegenzuwirken.

Die Ergebnisse aus mehr als 20 Interviews mit Geschäftsführern, Niederlassungsleitern und Disponenten von Zeitarbeitsunternehmen plus Ideen und firmenspezifischen Einzellösungen für familienfreundliche Arbeitszeiten in der Zeitarbeit wurden in einer lesenswerten Broschüre zusammengefasst.

Und man kann sich die – übrigens auch nett gestaltete – 32-seitige (!) Broschüre Familienfreundliche Arbeitszeiten in der Zeitarbeit: Rahmenbedingungen und Ansätze herunterladen.

Wirklich eine exzellente Initiative. Könnte und sollte meiner Meinung nach gern auf andere Bundesländer übertragen werden. Lesen sollten als Inspiration auf jeden Fall alle Zeitarbeitsunternehmen die Broschüre.

Foto: Rolf van Melis, pixelio