AArchive für Oktober, 2009
Auf schlau sagt man ‘Bartergeschäft‘ zu dem, was ich Ihnen vorschlagen möchte. Sie können’s aber auch einfach ‘Austausch von Können oder Wissen‘ nennen.
Arbeitslosigkeit hat einige unangenehme Seiten. Aber sie hat auch zumindest einen Vorteil: Sie haben relativ viel Zeit. Das gilt natürlich auch für Zeitarbeiter, die gerade in kein Unternehmen entliehen sind.
Sie haben Zeit, die Sie sinnvoll nutzen können. Zum Beispiel, um sich weiterzubilden, um sich Fähigkeiten und Können anzueignen, die Ihnen vielleicht helfen, leichter einen Job zu finden. Oder die einfach Ihren Horizont erweitern, Ihre Lebensqualität steigern.
Sie könnten zum Beispiel
- lernen, wie Sie richtig gute professionelle Bewerbungen schreiben
- Ihre Computerkenntnisse verbessern
- Ihre Fremdsprachen- oder Deutsch-Kenntnisse aufpolieren
- Ihre Mathematik-Kenntnisse auffrischen
- lernen, wie man einen Garten pflegt, um irgendwann vielleicht einen Nebenverdienst dadurch zu haben
- ein neues Hobby erlernen
Klar, professionelle Weiterbildungen, Kurse, Nachhilfestunden kosten normaler Weise Geld.
Geld, das Sie wahrscheinlich nicht übrig haben, wenn Sie arbeitslos sind.
Aber das bedeutet nicht, dass mein Vorschlag nicht trotzdem funktionieren kann.
Denn jeder von uns kann ein paar Sachen richtig gut, die andere nicht so gut können.
Oder man weiß über bestimmte Themen Bescheid, in denen sich andere noch nicht so gut auskennen.
Sie müssen jetzt nur noch die Leute finden, denen Sie weiterhelfen können mit Ihrem Können oder Wissen und die umgekehrt Fähigkeiten haben, von denen Sie profitieren können. Dann helfen Sie sich gegenseitig, ohne dass einer von beiden etwas bezahlen muss und der Deal ist perfekt.
Überlegen Sie sich also, wodurch Sie anderen Menschen nützlich sein können und in welchen Bereichen Sie gern Unterstützung hätten.
Und dann beginnen Sie, sich im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis, in der Nachbarschaft, beim Friseur, Einkaufen, Zahnarzt… umzuschauen und umzuhören. Sie werden staunen, wie schnell sich Teams finden lassen, die einander nützlich sein können.
Dieses Vorgehen hat neben der persönlichen Weiterbildung noch einige weitere Vorteile:
Sie
- lernen wahrscheinlich einige nette – und vielleicht sogar für Ihre berufliche Situation nützliche – Menschen besser kennen,
- halten Geist und/oder Körper fit, erweitern Ihren Horizont,
- haben eine sinnvolle Aufgabe – oder sogar zwei: Die Aufgabe des Lernens und die Aufgabe, die Sie im Austausch erfüllen,
- üben sich in Kommunikation, was für Vorstellungsgespräche und im Job immer wichtig ist,
- sammeln Pluspunkte bei möglichen zukünftigen Chefs oder Ihrem Berater in der Arbeitsagentur, wenn Sie von Ihrer Eigeninitiative erzählen,
- haben viel weniger Gelegenheit, griesgrämig immer tiefer ins Sofa zu sinken.
Gute Idee, dieses Tauschen von Wissen und Können, oder?
Foto: S. Hofschlaeger, pixelio
Hihi, da war mir in der Überschrift ein lustiger Tippfehler passiert: Statt ’staatlich’ hatte ich ’stattlich’ geschrieben. Hätte inhaltlich allerdings auch gestimmt. Denn die staatlichen Förderungen zur Qualifizierung von Mitarbeitern sind durchaus stattlich, wenn man sie – auch als Arbeitgeber – klug ausschöpft.
In der nächsten Zeit wird es hier immer mal wieder einen Beitrag zum Themenbereich Weiterbildung und Qualifizierung geben. Denn ich denke, die eigene Qualifizierung und Weiterbildung ist für Arbeitssuchende ein sehr wirksamer Hebel, um ihre Jobsituation zum Positiven zu verändern.
Und natürlich profitieren auch (Zeit-) Arbeitgeber von qualifizierten Mitarbeitern. Denn trotz der hohen Arbeitslosenquote herrscht in vielen Branchen ein heftiger Mangel an gut ausgebildetem Personal oder gar Spezialisten.
Voraussetzung jeder Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme ist natürlich: Jemand muss sie bezahlen.
Für Arbeitslose oder Geringverdienende sind die Kosten für Weiterbildungen oft kaum zu bewältigen, reichen doch Hartz IV oder der Lohn kaum zum Überleben.
Umso freudiger sind natürlich die Förderungsmöglichkeiten durch den Staat zu begrüßen, in 2009 ordentlich aufgestockt vom Konjunkturpaket II.
Und tatsächlich hat die Bundesregierung auch direkt für die Zeitarbeit ein Förder-Päckchen geschnürt, das da heißt:
Weiterbildungsförderung für wieder eingestellte Mitarbeiter in der Zeitarbeit
Auf der Seite Arbeitgeberinformationen – Förderung der beruflichen Weiterbildung Beschäftigter der Bundesagentur für Arbeit ist dazu zu lesen:
Mit dem Konjunkturpaket II hat die Bundesregierung erstmalig die Möglichkeit geschaffen, Leih-Arbeitnehmer bei Wiedereinstellung gezielt zu qualifizieren.
Voraussetzung hierfür ist, dass der Mitarbeiter bereits im Zeitraum 2007 und 2008 bei Ihnen sozialversicherungspflichtig beschäftigt war und die Arbeitslosigkeit durch Wiedereinstellung in Ihrem Unternehmen beendet wird.
Weitere Kriterien sind:
- Die Arbeitnehmerin / der Arbeitnehmer wird für die Teilnahme an der Weiterbildung von der Arbeit freigestellt (keine Freistellung aus wirtschaftlichen Gründen zur Vermeidung von Kurzarbeit) und hat für die Dauer der Weiterbildung Anspruch auf Arbeitsentgelt.
- Die Weiterbildung findet während betriebsüblicher Arbeitszeiten statt.
- Sowohl der Bildungsträger als auch die Maßnahme sind durch eine fachkundige Stelle für die Weiterbildungsförderung zugelassen.
- Die Weiterbildung erhöht die Kompetenz des Mitarbeiters für den allgemeinen Arbeitsmarkt.
Der Arbeitnehmerin / dem Arbeitnehmer können die notwendigen Lehrgangskosten erstatten werden. Darüber hinaus kann einen Zuschuss zu den notwendigen übrigen Weiterbildungskosten (z. B. Fahrkosten) gewährt werden.
Die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen erhalten für die Förderung einen Bildungsgutschein. Damit können sie unter zugelassenen Weiterbildungsangeboten wählen.
Für weiterbildungsbedingte Ausfallzeiten gering qualifizierter Arbeitnehmer kann Ihnen die Agentur für Arbeit ggfs. einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt gewähren. Gering qualifiziert ist, wer keine abgeschlossene Berufsausbildung hat. Als gering qualifiziert gilt auch, wer eine abgeschlossene Berufsausbildung hat, aber seit mindestens vier Jahren in an- oder ungelernter Tätigkeit beschäftigt wird und die erlernte Tätigkeit nicht mehr ausüben kann.
In dem PDF Weiterbildung für Beschäftigte in Zeitarbeitsunternehmen – Wiedereinstellen und Qualifizieren wird für Arbeitgeber alles Wissenswerte dazu zusammengefasst.
Ok, für die Zeitarbeitgeber bedeutet diese Förderung, dass sie zumindest einen Teil des Arbeitsentgelts während der Weiterbildung selbst tragen müssen, und dass, obwohl sie die betreffenden Mitarbeiter während der Weiterbildung nicht an ein Unternehmen entsenden können. Nicht einfach, besonders in Zeiten der Krise.
Aber: Wirklich jeder rechnet mit einem Boom der Zeitarbeit, wenn die Krise vorüber ist. Und dann werden natürlich besonders qualifizierte Mitarbeiter händeringend gesucht werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit rechnet sich die jetzige Investition in die Qualifizierung der Mitarbeiter spätestens dann.
Foto: S. Hofschlaeger, pixelio
Ein sehr gutes, ausführliches Dossier zum Thema Auch in schwierigen Zeiten einen Job finden gibt es heute bei businesswissen.de.
Es enthält viele gute und praktikable Tipps. Auch das Thema Zeitarbeit wird als eine Option dort genannt:
Auch die Zeitarbeit ist eine Alternative, um wieder im Arbeitsleben Fuß zu fassen. Wenn Sie also schon einige Absagen erhalten haben und bisher vor Zeitarbeitsfirmen zurückgeschreckt sind, dann sollten Sie diese Chance nicht außer Acht lassen. Es gibt zwar auch einige schwarze Schafe bei Zeitarbeitsunternehmen, aber viele sind seriös und geben keinen Anlass zur Besorgnis. Eine Internetrecherche im Vorfeld kann helfen, den jeweiligen Anbieter von Zeitarbeit auf Seriosität hin zu überprüfen.
Ein gutes Mittel, die Ergebnisse der Internetrecherche zu verbessern, sind natürlich Ihre Bewertungen auf DerZeitarbeits-Check.de.
Das gesamte Dossier gibt es auch bei businesswissen.de als PDF zum Download.
Foto: Thomas Max Müller, pixelio
Da stolpere ich zufällig über einen Artikel bei finanztreff.de und mein Blick fällt als erstes auf diese Zeilen:
Schlechtes Image, harte Arbeit und vor allem die niedrigen Löhne machen der bislang krisenfesten Branche zu schaffen – denn ohne Personal kein Wachstum.
Das klingt doch, als würde über Zeitarbeit geschrieben, oder?
Aber schon die nächsten Zeilen bringen Aufklärung:
Der Mangel an qualifizierten Pflegefachkräften könnte für das Wachstum des Pflegemarkts in manchen Regionen zu einem Problem werden.
Ah, in diesem Artikel geht es also um die Situation in der Branche der Altenpflege – die mit sehr ähnlichen Problemen zu kämpfen scheint wie die Branche der Zeitarbeit.
Wobei ich es übrigens ungeheuerlich finde, wie schlecht Altenpflegepersonal bezahlt wird.
Durch Jahrelange regelmäßige Besuche in einem – übrigens wirklich großartigen – Altenheim mit ganz tollem Personal habe ich aus nächster Nähe mitbekommen, wie knallhart dieser Job ist. Wie viel physische und psychische Kraft nötig ist, um ihn zu machen, wie viel Geduld und Langmut, um dabei eine positive Ausstrahlung auf die Bewohner zu behalten. Ich bin immer wieder in Andacht erstarrt, was für einen großartigen Job die Leute dort machen.
Und dann zu hören oder zu lesen, wie wenig Altenpfleger bezahlt bekommen, ist wirklich heftig. Eine Branche, in der Leistung und Erlös in ab_so_lut keinem Verhältnis zueinander stehen.
Und da haben wir dann auch schon wieder den Bogen zur Zeitarbeitbranche geschlagen: Auch hier ist es oft so, dass Leiharbeiter für sehr wenig Geld ziemlich harte Jobs zu machen haben. Und nach wie vor leuchtet es mir nicht ein, dass Zeitarbeiter für die gleiche Arbeit weniger Lohn als ihre fest angestellten Kollegen bekommen.
Foto: Peter Schmidt, pixelio
Heute mal in eigener Sache: In der aktuellen Ausgabe von Jobs-Kompakt findet sich ein zweiseitiges Interview mit DerZeitarbeits-Check.de, über das wir uns natürlich sehr freuen.
Sie finden das gesamte Interview auch in der Online-Ausgabe von Jobs-Kompakt.
Zwei Fragen und unsere Antworten dazu zitieren wir hier, weil sie uns immer wieder gestellt werden:
1. Nimmt die Zielgruppe das Portal wirklich an?
Im Moment sind wir vor allem als Informationsplattform gefragt. Das merken wir an der steigenden Zahl von Arbeitnehmern, die uns per E-Mail Fragen zur Zeitarbeit oder zu verwandten Themen stellen. Wir versuchen, jede Frage so gut wie möglich zu beantworten. Bei den Beiträgen halten sich die Zeitarbeitnehmer jedoch noch zurück. Es scheint, als hätten viele Bedenken, ob ihre Arbeitgeber nicht doch erfahren, wer sie sind. Ich kann Ihnen und Ihren Lesern versichern, dass die Beiträge absolut anonym sind und kein Arbeitgeber je erfahren wird, wer das eine oder andere geschrieben hat. Schließlich funktioniert ein solches Portal nur, wenn wir die Beitragschreiber so gut wie möglich schützen.
2. Können Sie überhaupt einen Missbrauch verhindern?
(In dieser Frage geht es darum, ob durch die anonyme Bewertungs-Möglichkeit von Zeitarbeitgebern der Gefahr von Missbrauch nicht sehr hoch ist. Soll heißen: Ob Zeitarbeitunternehmen das Portal zum Schlecht-Machen von Mitbewerbern nutzen oder zum Hochloben des eigenen Unternehmens.)
Die Gefahr von Missbrauch besteht und wird immer bestehen, solange Menschen das Internet nutzen. Deshalb haben wir uns darauf fokussiert, ausreichend Maßnahmen einzubauen, die einen Missbrauch erschweren und dann uninteressant machen. Das haben wir getan.
Den besten Schutz vor Missbrauch bietet aber eine steigende Anzahl an Bewertungen. Einmal fünf Sterne zu vergeben ist zwar klasse, aber wenig aussagekräftig. Hat ein Unternehmen jedoch viele Beiträge und 4 Sterne, ist die positive Tendenz deutlich aussagekräftiger. Daher möchte ich alle Zeitarbeitnehmer aufrufen, Beiträge zu verfassen und Sterne zu vergeben. Es dauert nur wenige Minuten und hilft allen in der Zeitarbeit.
Es ist halt einfach so und das ist ja auch bei anderen Bewertungsportalen wie Qype oder Shops mit Bewertungsmöglichkeiten wie Amazon festzustellen:
Je mehr Menschen sich aktiv an den Bewertungen beteiligen, umso aussagekräftiger wird eine Gesamtbewertung.
Und umso mehr Nutzen bietet das Portal, der Shop allen, die nach guten Restaurants, Büchern – oder eben Zeitarbeitgebern suchen.
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